Druckschrift 
4 (1864)
Entstehung
Seite
175
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Lamari bereiste zu Anfang von 1817 die Inseln seines Ge-bietes, sein Kriegsgeschwader, eben auch an dreißig Boote stark, aufAur zusammen zu berufen, von wo aus er gegen Meduro ziehenwollte. Wir erwarteten diesen Fürsten auf Eilu anzutreffe», er warbereits auf Ildirick, bei welcher Gruppe er uns in seinem Boote aufoffener See besuchte. Als wir gegen das Ende desselben Jahresnach Otdia wiederkamen, war die Kriegsmacht in Aur versammelt.Lamari hatte die Insel Mesid verfehlt und auf andere Grup-pen verschlagen Verzicht auf die Verstärkung geleistet, die er vondaher zu erwarten hatte.

Wir werden, was uns von der Religion, der geselligen Ord-nung, den Sitten und Bräuchen unserer Freunde kund geworden,ausführlich berichten.

Die Bewohner von Radack verehren einen unsichtbaren Gottim Himmel und bringen ihm ohne Tempel und Priester einfacheOpfer von Früchten dar. In der Sprache bedeutet lluAer-.eb Gott,der Name des Gottes ist Anis. Bei zu unternehmenden Kriegenund ähnlichen Gelegenheiten finden feierliche Opfer statt; die Hand-lung geschieht im Freien. Einer aus der Versammlung, nicht derChef, weihet dem Gotte die Früchte durch Emporhalten und Anru-fen; die Formel ist: dickien Luis mne seo; das letzte Wort wieder-holt das versammelte Volk. Wenn ein Hausvater zum Fischfangausfährt oder etwas ihm Wichtiges unternimmt, so opfert er unterden Seinen. Es giebt auf verschiedenen Inseln heilige Bäume,Cocospalmen, in deren Krone sich Anis niederläßt. Um den Fußeines solchen Baumes sind vier Balken im Viereck gelegt. Es scheintnicht verboten zu sein, in den Raum, den sie einschließen, zu treten,und die Früchte des Baumes werden von den Menschen gegessen.

Die Operation des Tatuirens steht auf Radack in Beziehungzu dem religiösen Glauben und darf ohne gewisse göttliche Zeichennicht unternommen werden.*) Die, welche tatuirt zu werden be-

*) Unsere Freunde weigerten sich stets unter verschiedenen Norwanden, unsdiese Zierde zu ertheilen. Sie schützten uns oft die bedenklichen Folgen, dasAufschwellen der Glieder, das schwere Erkranken vor. Einst beschied ein Chef