125
gesinnte ihres Volks, deren Habsucht das Eisen, welches jene besaßen,gereizt hatte. — Man trifft die edelmüthigern Gesinnungen stets beiden Häuptlingen an.
Die Einwohner von Ulea, die in größerem Wohlstand und inausgebreiteterem Verkehr als die Radacker leben, sind ihnen in man-cher Hinsicht überlegen. — Kadu stand in einem gewissen Ansehnauf Radack. Er mochte, als wir diese Inseln besuchten, seit etwavier Jahren auf denselben angelangt sein. Er hatte zwei Weiberauf Aur und von der einen eine Tochter, die bereits zu sprechenbegann.
Unsere Erscheinung verbreitete in Aur, wo die Kunde von unsnoch nicht erschollen war, Schrecken und Bestürzung. Der vielge-wanderte, der vielerfahrene Kadu, der sich zur Stunde auf einer-entlegenen Insel der Gruppe befand, ward alsbald herbeigeholt, undman begehrte seinen Rath, wie man den mächtigen Fremden begeg-nen müsse, die man für böse Menschenfresser anzusehen geneigt war.
Kadu hatte von den Europäern Vieles erfahren, ohne daß erje eines ihrer Schiffe gesehen. Er sprach seinen Freunden Muthein, warnte sie vor Diebstahl und begleitete sie an unser Schiff mitdem festen Entschluß, bei uns zu bleiben, und in der Hoffnung,durch uns zu seinem lieben Vaterlande wieder zu gelangen, da ein-mal ein europäisches Schiff in Ulea gewesen, zu einer Zeit, wo erselbst abwesend war.
Einer seiner Landsleute und Schicksals-Gefährten, der bei ihmwar, bemühte sich umsonst, ihn von diesem Vorhaben abzubringen,und seine Freunde bestürmten ihn umsonst mit ängstlichen Reden:er war zur Zeit unerschütterlich. — Ein andrer Gefährte Kadu's,der Häuptling aus Eap, den wir im Gefolge des Königs Lamaribei Udirick antrafen, faßte denselben Entschluß, dieselbe Hoffnung wieunser Freund. Er war ein schwächlicher Greis; sein Gesuch fandkein Gehör. Es war schwer ihn zu vermögen, unser Schiff zu ver-lassen, worauf er in Thränen in der ruhigen Lage beharrte, durchwelche er seinen Vorsatz uns zu versinnlichen gesucht. Wir stelltenihm sein Alter und die Mühseligkeiten unserer Fahrt vor, er bliebbei seinem Sinne; wir stellten ihm vor, daß unser Vorrath nur