An C. von Holte i.
Bei dem Tode seiner Gattin.
1825 .
„Mein hoher Herr!" — Wie ist dein Stolz gebrochen!Wie sank die hohe Herrschaft doch sogleich!?
Der Mund ist stumm, der so zu dir gesprochen.
Da liegt sie unter'm Leichentuche bleich,
Die schuldlos, lieb- und kunstreich war vor Allen,Die deine Krone war und auch dein Reich.
Wie bist du Armer, Armer doch gefallen;
Du, einst der hohe Herr der holden Lieben,
Mußt nun durch's öde Leben einsam wallen.
Nus deiner Jugend Paradies vertrieben,
Fern hinter dir dein Leben, Lieben, Trachten,
Sind einzig dir drei Dinge treu geblieben.
Wie Sterne sollst du diese drei betrachten,
Die, sank die Sonne, deine Nacht erhellen,
Und sollst sie bis zum künft'gen Tag beachten:
Das Eine, Freundschaft, wird sich dir gesellen;
Das Andre bleibt nicht fern, die Gunst der Musen;Das Dritte wird sich über Beide stellen:
Erinn'rung, Schmerzes Ernst im tiefsten Busen.
Holtci's erste Gattin, Luise, geb. Regne, war namentlich in, Käthchen »07,Hcilbronn unübertroffen, aus welchem die ersten Worte entnommen sind. Siestarb in Berlin 1823. Vgl. Blumen auf daS Grab der Schauspielerin Holtei.Bcrl. 1825.