VIII.
Es gesellte sich bald ein Fußgänger zu mir, welcher mich bat,nachdem er eine Weile neben meinem Pferde geschritten war, da wirdoch denselben Weg hielten, einen Mantel, den er trug, hinten aufmein Pferd legen zu dürfen; ich ließ es stillschweigend geschehen. Erdankte mir mit leichtem Anstand für den leichten Dienst, lobte meinPferd, nahm daraus Gelegenheit, das Glück und die Macht derReichen hoch zu preisen, und ließ sich , ich weiß nicht wie, in eineArt von Selbstgespräch ein, bei dem er mich blos zum Zuhörerhatte.
Er entfaltete seine Ansichten von dem Leben und der Welt, undkam sehr bald auf die Metaphysik, an die die Forderung erging,das Wort aufzufinden, das aller Räthsel Lösung sei. Er setzte dieAufgabe mit vieler Klarheit aus einander und schritt fürder zu de-ren Beantwortung.
Du weißt, mein Freund, daß ich deutlich erkannt habe, seitdemich den Philosophen durch die Schule gelaufen, daß ich zur philo-sophischen Spekulation keineswegs berufen bin, und daß ich mir die-ses Feld völlig abgesprochen habe; ich habe seither Vieles auf sichberuhen lassen, Vieles zu wissen und zu begreifen Verzicht geleistetund bin, wie Du es mir selber gerathen, meinem geraden Sinnvertrauend, der Stimme in mir, so viel es in meiner Macht gewe-sen, auf dem eigenen Wege gefolgt. Nun schien mir dieser Rede-künstler mit großem Talent ein fest gefügtes Gebäude aufzuführen,das in sich selbst begründet sich emportrug und wie durch eine innere