Druckschrift 
2 (1864)
Entstehung
Seite
292
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Gartens zu. Unsichtbar aber geleitete mich mein Plagegeist, michmit scharfen Worten verfolgend.Das ist also der Dank für dieMühe, die man genommen hat, Monsieur, der schwache Nerven hat,den langen lieben Tag hindurch zu Pflegen. Und man soll denNarren im Spiele abgeben. Gut, Herr Trotzkopf, fliehn Sie nurvor mir, wir sind doch unzertrennlich. Sie haben mein Gold undich Ihren Schatten; das läßt uns beiden keine Ruhe. Hat manje gehört, daß ein Schatten von seinem Herrn gelassen hätte? Ihrerzieht mich Ihnen nach, bis Sie ihn wieder zu Gnaden annehmenund ich ihn los bin. Was Sie versäumt haben aus frischer Lustzu thun, werden Sie nur zu spät aus Ueberdruß und Langeweilenachholen müssen; man entgeht seinem Schicksale nicht." Er sprachaus demselben Tone fort und fort; ich floh umsonst, er ließ nichtnach, und immer gegenwärtig, redete er höhnend von Gold undSchatten. Ich konnte zu keinem eigenen Gedanken kommen.

Ich hatte durch menschenleere Straßen einen Weg nach mei-nem Hause eingeschlagen. Als ich davor stand und es ansah, konnteich es kaum erkennen; hinter den cingeschlagenen Fenstern branntekein Licht. Die Thiire» waren zu, kein Dienervolk regte sich mehrdarin. Er lachte laut auf neben mir:Ja, ja, so gcht's! AberIhren Bendel finden Sie wohl daheim, den hat man jüngst vor-sorglich so müde nach Hause geschickt, daß er es wohl seitdem gehü-tet haben wird." Er lachte wieder.Der wird Geschichten zu er-zählen haben! Wohlan denn! für heute gute Nacht, auf baldigesWiedersehen!"

Ich hatte wiederholt geklingelt, es erschien Licht; Bendel frngvon innen, wer geklingelt habe. Als der gute Mann meine Stimmeerkannte, konnte er seine Freude kaum bändigen; die Thür flog auf,wir lagen weinend einander in den Armen. Ich fand ihn sehr verän-dert, schwach und krank; mir war aber das Haar ganz grau geworden.

Er führte mich durch die verödeten Zimmer nach einem innern,verschont gebliebenen Gemach; er holte Speise und Trank herbei,wir setzten uns, er fing wiedep an zu weinen. Er erzählte mir,daß er letzthin den grau gekleideten dürren Mann, den er mit mei-nem Schatten angetroffen hatte, so lauge und so weit geschlagen