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„Möge der Herr meine Zudringlichkeit entschuldigen, wenn icheS wage, ihn so unbekannter Weise aufzusuchen, ich habe eine Bittean ihn. Vergönnen Sie gnädigst — " — „Aber um Gotteswillen,mein Herr!" brach ich in meiner Angst aus, „was kann ich füreinen Mann thun, der —" wir stutzten Beide, und wurden, wiemir däucht, roth.
Er nahm nach einem Augenblick deS Schweigens wieder dasWort: „Während der kurzen Zeit, wo ich das Glück genoß, mich inIhrer Nähe zu befinden, Hab' ich, mein Herr, einige Mal — er-lauben Sie, daß ich es Ihnen sage — wirklich mit unaussprechlicherBewunderung den schönen, schönen Schatten betrachten können, denSie in der Sonne, und gleichsam mit einer gewissen edlen Verach-tung, ohne selbst darauf zu merken, von sich werfen, den herrlichenSchatten da zu Ihren Füßen. Verzeihen Sie mir die freilich kühneZumuthung. Sollten Sie sich wohl nicht abgeneigt finden, mirdiesen Ihren Schatten zu überlassen?"
Er schwieg und mir ging's wie ein Mühlrad im Kopfe herum.Was sollt' ich aus dein seltsamen Antrag machen, mir meinenSchatten abzukaufen? er muß verrückt sein, dacht' ich, und mit ver-ändertem Tone, der zu der Dcmnth des seinigen besser paßte, er-widerte ich also:
„Ei, ei-! guter Freund, habt Ihr denn nicht an Eurem eigenenSchatten genug? das heiß' ich mir einen Handel von einer ganz ab-sonderlichen Sorte." Er fiel sogleich wieder ein: „Ich Hab' inmeiner Tasche Manches, was dem Herrn nicht ganz unwerth scheinenmöchte; für diesen unschätzbaren Schatten halt' ich den höchstenPreis zu gering."
Nun überfiel es mich wieder kalt, da ich an die Tasche erinnertward, und ich wußte nicht, wie ich ihn hatte guter Freund nennenkönnen. Ich nahm wieder das Wort, und suchte cs, wo möglich,mit unendlicher Höflichkeit wieder gut zu machen.
„Aber, mein Herr, verzeihen Sie Ihrem unterthänigsten Knecht.Ich verstehe wohl Ihre Meinung nicht ganz gut, wie könnt' ich nur
meinen Schatten --" Er unterbrach mich: „Ich erbitte mir nur
Dero Erlaubniß, hier auf der Stelle diesen edlen Schatten anfheben