Druckschrift 
2 (1864)
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 

An Ebendenselben

von

F o u c> n «.

Bewahren, lieber Eduard, sollen wir die Geschichte desarmen Schlemihl, dergestalt bewahren, daß sie vor Augen, dienicht hincinzusehen haben, beschirmt bleibe. Das ist eine schlimmeAufgabe. Es giebt solcher Augen eine ganze Menge, und welcherSterbliche kann die Schicksale eines Manuskriptes bestimmen, einesDinges, das beinah noch schlimmer zu hüten ist, als ein gesprochenesWort. Da mach' ich's denn wie ein Schwindelnder, der in derAngst lieber gleich in den Abgrund springt: ich lasse die ganze Ge-schichte drucken.

Und doch, Eduard, es giebt ernstere und bessere Gründe fürinein Benehmen. Es trügt mich AlleS, oder in unserm lieben Deutsch-lands schlagen der Herzen viel, die den armen Schlemihl zu ver-stehen fähig sind und auch wcrth, und über manch eines echtenLandsmannes Gesicht wird bei dem herben Scherz, den das Lebenmit ihm, und bei dem arglosen, den er mit sich selbst treibt, eingerührtes Lächeln ziehn. Und Du, mein Eduard, wenn Du dasgrundehrliche Buch ansiehst, und dabei denkst, daß viele unbekannteHerzensverwandtc es mit uns lieben lernen, fühlst auch vielleichteinen Balsamtropfen in die heiße Wunde fallen, die Dir und Allen,die Dich lieben, der Tod geschlagen hat.