216 —
Ersehnte Sporncrin der eitlen Wünsche,
Ich habe, Wahrheit, deine DunstgestaltVerfolgt, und unermeßlich weit verfolgt,
Und ihr geopfert jeden Hoffnungsschimmer;
Gestrandet steh' ich nun auf schroffer Klippe,
Rings um mich her die dunkle, tiefe Fluth,
Und um das Haupt mir donnerschwangre Wolken.
Ich werde nimmer, nimmer sie umfangen,
Um die ich hin den theuren Preis geworfen!
Böser Geist.
Die Mauer stürzt der Tod; die Rächerin,
Sie harret furchtbar deiner in dem Lande,
Wo nicht gestrebct, nicht getrachtet mehr,
Wo zollen Einer wird des Lebens Lohn.
Faust.
Die Mauer stürzt der Tod; — sie harret meinerIn jenem Lande ... — Schlange meines Lebens!
Wo nur daS Aug' ich wende, starrest duMich gräßlich an. — Vcrdammniß, — Ewigkeit,
Laßt eure Qualen nicht den Zweifel sein!
Umstürze du, Erfüllung, jene Mauer;
Verhüllte Rächerin, sei Rettung mir,
Ich will in jenem Lande dich verfolgen.
(Wie er sich gegen den Geist wenden will, den Tod zu erflehen, wird ihm einDolch in die Hand gezaubert, er wendet die Spitze gegen sein Herz und stößtihn langsam hinein.)
Verdammniß, ewige, in deinen Schooß! —
Vielleicht Vernichtung nur, vielleicht Erkenntniß,
Gewißheit doch.
(Er stürzt, die Lampe erlischt, das Theater ist tief verfinstert, Langsam fällt derVorhang.)