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2 (1864)
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Wohl! schreckend ruf' ich dir die Wahrheit zu:Aus deiner Weisen Widersprüchen strahlteSie dir entgegen, die geahndete:

Der Zweifel ist menschlichen Wissens Grenze,

Es kann der Staubmnhüllte nichts erkennen,

Dem Blindgebornen kann kein Licht erscheinen.

So wie die Sprache, wie des Wortes SchallDir Mittler des Gedankens ist und Zeichen;

So ist des Sinn's Empfinden, der Gedanke selbstDir Sprache blos und eitles leeres ZeichenDer ewig dir verhüllten Wirklichkeit.

Du kannst nur denken durch den Mittler Sprache,Nur mit dem Sinne schauen die Natur,

Nur nach Gesetzen der Vernunft sie denken.

Und hättest hundert Sinne du und tausend,

Du kargbegabter, und erhöbe freierSich dein Gedanke ins vielseitiger-Befühlte All; so würdest immer du,

Getrennt, vereint mit ihm durch Körpers Bande,Nur eig'ne Schatten schau'n und nichts erkennen.

Es strebe, trachte angestemmt der Mensch;Ihm fiel das Loos. Der reine Geist allein,

Ter ruhende, erkennt; nicht ihn umfaßtDie ew'ge Mauer, die sich zwischen dirUnd der ersehnten Wahrheit trennend hebt.

Die Mauer stürzt der Tod; die Rächerin,

Sie harret furchtbar deiner in dem Lande,

Wo nicht gestrebet, nicht getrachtet mehr,

Wo zollen Einer wird des Lebens Lohn.

Nachhallen muß ich deiner Worte Schall,Nachspiegeln deines Denkens Schatten dir,