Druckschrift 
2 (1864)
Entstehung
Seite
168
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Die stille Gemeinde.

Der Muse folgt nach der Bretagne Strand;

Altar und Thron sind umgestürzt, der SchreckenHerrscht über Blut und Trümmern rings im Land.

Doch Bilder nicht des Blutes aufzudccken,

Lenkt sie nach jenen Dünen ihre Schritte,

Dort wird aus Leid den Trost sie auferwecken.

Seht'dort die Bauern, treu der Väter Sitte,Einfält'gen Herzens beten, dulden, harren

Ein Mann des Schreckens droht in ihrer Mitte:

Die Kirchen steck' ich euch in Brand, ihr Starren,

Die ihr noch hängt am alten AberglaubenUnd bei verjährtem Unsinn wollt beharren.

Darauf ein Greis: Wirst nicht die Stern' uns rauben,Die werden Thurm und Glocken überdauern,

Uns mahnend, an den Schöpfer doch zu glauben.

Das Wort ward That: um die geschwärzten MauernSah man, die Blicke himmelwärts gewandt,

Den frommen Landmann stillergeben trauern.

Ein frech Soldatenvolk ward hergesandt.

Die widerspenstig starre Brut zu zwingen,

Und lästernd ward der Heiland nur genannt.