Nackt, langgestreckt die riesige Gestalt,
Von Bart und Haupthaar abwärts zu den LendenDen hagern Leib mit Silberglanz umwallt.
Das Haupt getragen non des Felsen Wänden,
Im starren Antlitz Ruh', die breite BrustBedeckt mit übers Kreuz gelegten Händen.
Und wie entsetzt, mit schauerlicher Lust
Ich unverwandt das große Bild betrachte,Entflossen mir die Thränen unbewußt.
Als endlich, wie aus Starrkrampf, ich erwachte,
Entbot ich zu der Stelle die Gefährten,
Die bald mein lauter Ruf zusammen brachte.
Sie lärmend herwärts ihre Schritte kehrten,
Und stellten, bald verstummend, sich zum Kreis,Die fromm die Feier solchen Anblicks ehrten.
Und seht, noch reget sich, noch athmet leis,
Noch schlägt die müden Augen auf und hebtDas Haupt empor der wundersame Greis.
Er schaut uns zweifelnd, staunend an, bestrebt
Sich noch zu sprechen mit crstorb'nem Munde, —Umsonst! er sinkt zurück, er hat gelebt.
Es sprach der Arzt bemüh'nd in dieser StundeSich um den Leichnam noch: „es ist vorbei."
Wir aber standen betend in der Runde.
Es lagen da der Schiefertafeln drei
Mit eingeritzter Schrift; mir ward zu TheileDer Nachlaß von dcni Sohn der Wüstenei.
Und wie ich bei den Schriften mich verweile,
Die rein in span'scher Zunge sind geschrieben,Gebot ein Schuß vom Schiffe her uns Eile.
Ein zweiter Schuß und bald ein dritter triebenVon dannen uns mit Hast zu unfern Booten;
Wie dort er lag, ist liegen er geblieben.