Des Mondes bleicher Schein auf meinen Locken,Die fast wie Silber anzuschen sind;
Ein halbes Hundert mir entrauschter JahreHat nicht mein Herz berührt, nur meine Haare.
Mit duft'gen üpp'gen Blumenkränzen mußt,
Mit Rosen du beschatten ihren Glanz;
Ich bin noch jung, noch stark, noch voller Lust,Und windet um die Stirne sich der Kranz,
Und wieget sich mein Haupt an deiner Brust,Und wird der Traum zur Wirklichkeit so ganz,Erblühet zum Gesang mein heimlich Meinen,Und alle meine Lieder sind die deinen.
Ja! Lieder, neue Lieder will ich singen;
Du, meine Muse, lauschest unverwandt,
Und wenn die Weisen dir zum Herzen dringen,Drückst leise du belohnend nur die Hand;
Laß ungestraft um uns die Kinder springen,Vielleicht daß sie der Geist der Lieder bannt;Kein Zwang: es würden mich die armen dauern,Sie dürfen nicht um uns'« Freude trauern.
Und, liebes Kind, laß Thür' und Fenster offen;Erworben Hab' ich mir der Freunde viele,
Und habe derer manche schon getroffen,
Die Freude hatten an dein heitern Spiele;Willkommen sei, wer lauschen will: mein HoffenWar' eben, daß es vielen wohlgefiele;
Wem aber unsre Lieder nicht gefallen,
Der stört uns nicht, der wird vorüber wallen.