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Der Zeus-Typus in seiner Ausgestaltung durch Phidias
Entstehung
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Zeus schuf, zum Vorbilde gedient, sondern in seinem eigenenGeiste wohnte ein Urbild der Schönheit, und den Ausdruckderselben stellte er durch seine Kunst in der Materie dar."Einfacher noch spricht denselben Gedanken ein altes Epigrammaus:

Dir sein Bild zu enthüllen, kam Zeus hernieder zur Erde;

Oder mit schauendem Auge sahst du den Gott im Olymp.

So wird also erst durch Phidias der allgewaltige Herrscher,der mächtige Donnerer, auch zum Vater der Götter und Men-schen, welcher Macht mit Milde paart, aus dessen Schoße, wiees bei Sophokles heißt, die ewigen Gesetze aufsteigen, der dasUnrecht rügt und die Gastlichkeit schützt. Die Auffassung derGötter, welche ihre furchterweckende Macht zur ehrfurchtsgebie-tenden Würde umwandelte, erhielt durch Phidias volle Gestal-tung. Indem es ihm gelang, in solcher Weise dem Volke seineGötter zur Anschauung zu bringen und hierbei den Besten seinesVolkes für alle Zeit zu genügen, wurde er ein Gesetzgeber imGebiete der religiösen Kunst; der Künstler gewann das Anseheneines Theologen, der die natürliche Religion erweiterte undveredelte. Denn außer dem feinen Gefühl für die Massenwirknng,die besonders bei den kolossalen Statuen nothwendig ist, wares vorzüglich die Erhebung des religiösen Gefühls, was nachden einstimmigen Zeugnissen des Alterthums die Werke desPhidias charakterisirte. Sein olympischer Zeus erhöht denreligiösen Sinn der Völker, sagt noch Quiuktilian (XII-, 10, 9).Wie Offenbarungen des Göttlichen erlangten die Werke desPhidias eine allgemeine Anerkennung, weil er nicht willkürlichund nach persönlichem Geschmack neuerte, sondern aus demVolksgeiste heraus und im Einklänge mit den Dichtern desVolkes, namentlich mit Homer. Darum waren seine Werke,wiewohl echt attisch, zugleich national? Ja selbst als dienationale Freiheit Griechenlands längst zertrümmert, als die

(SSI)