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und an dieser ist diese Haarbildung unentbehrlich. Denn hatteman dem Helden der Tragödie, um ihn vor den übrigen imStücke anftretenden Personen schon körperlich hervortreten zulassen, den Kothurn gegeben, so würde die Proportion der ganzenGestalt mißfällig gewesen sein, hätte nicht auch zur Ausgleichungeine Erhöhung des Kopfes stattgefunden. Das Haupt in seinemganzen Umfang aber gleichmäßig erhöht, war unerträglicheMißsorm; auch fordert das Auge nur einen Anhaltspunkt, unddie bloße Haarerhöhung über der Stirne, durch niederrollendeLocken ausgeglichen, leistete den gewünschten Dienst. Der höchsteOnkos, wie der höchste Kothurn blieb natürlich der ersten Rolledes Stücks, dem Gotte, dem Könige, Vorbehalten; und wennnun der Bildner des Zeus von Otricoli auch hier diesen Onkosin so deutlich hervortretender Weise anwendet, so kann er diesnur, um seinen Zeus als den allmächtigen König Himmels undder Erde zu kennzeichnen.
Wie sehr aber diese Bildung des Stirnhaares nicht bloßfür den Griechen, sondern für jedes Menschenauge das geeignetsteMittel ist, um eine machtvolle Persönlichkeit vor uns hinzustellen,das zeigt sich dadurch, daß uns im Laufe der Kunstgeschichtediese Haarbildung in ähnlicher Weise noch einmal begegnet,ohne daß ein Zusammenhang zwischen den beiden Kunstschöpfungenwahrscheinlich ist. Denn trägt nicht auch bei dem Moses desMichel Angelo das emporgerichtete Stirnhaar, welches hier auchnoch die Form von Hörnern nachahmt, sehr viel dazu bei, umin ihm den Mächtigen und Gewaltigen zur Darstellung zubringen!
Daß aber dies die Bedeutung, der letzte Zweck dieserHaarbildung beim Zeus ist, kommt ja schließlich noch dadurchzum vollsten Verständniß, daß sie uns sofort an die Mähnedes Löwen, des männlichsten Thieres, des Königs unter denThiereu erinnert. Und wie die an die Löwenmähne erinnernde
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