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das Theuerste sei, so daß es für Viele nur ein frommer Wunschblieb, solches verwendet zu sehen. Hierzu kam, daß es keines-wegs immer zur Hand war. Bleidächer standen in hohemAnsehen, wie denn unter dem verschiedenen Baumaterial, dasdie durch die Reformation zum Abbruch verurtheilten Kirchenund Klöster abgaben, ohne Zweifel das Blei auf den Dächerndas Willkommenste war.
Ziegel aber waren die gewöhnliche Bekleidung des Daches.Auch drang während des sechzehnten Jahrhunderts eine anderebauliche Sitte im Norden merklich durch: die Anwendung vonSchieferdächern.
Was im besonderen Grade dazu beitrug, den Dächern derdamaligen Zeit Leben mitzutheilen, das war die immer mehrum sich greifende Lust, sie mit Thurmspitzen, Erkern und Wetter-fahnen zu bevölkern. Während die alten Gebäude es höchstensbis zu Treppengiebeln brachten, im übrigen aber nur kahleDachstächen zeigten, selbst ohne irgend eine Luke oder ein Dach-loch, ja während sie sogar die Thürme nicht einmal in eineSpitze anslaufen ließen, sondern dieselben mit einem plattenoder einem gewöhnlichen Dache versahen, so erwachte ungefährum die Mitte des Jahrhunderts ein ungestümer Drang nachdem Aufwärtsstrebenden und dem Mannigfaltigen. Zunächstund vor allem baute man jetzt alle Thürme mit Spitzen.Besonders auf den Schlössern, wo die Mittel dazu nicht fehlten,traten hierdurch die prächtigsten Formen ins Dasein, entwederjene langen, schlanken Kirchthnrmspitzen, wie auf dem älterenFrederiksborg (Seeland), oder anschwellende Kuppeln, bald nachunten eingeschnürt, wie jene eigenthümlichen auf Engelsholm inJütland, bald aus der Thurmstäche hervorwachsend, wie einHünengrab auf Säulen, und nach obenhin beständig neueSchichten aussondernd von leichteren, durchbrochenen, luftiggebauten Formen.
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