zeit feldt ihm so lang bey mir, daß es mir vapourg gibt; hatt weder liebnoch vertrawen zu mir, sehe ihn abendts ein viertel stündtgen, mehr nicht,bin fro, wenn er 'minder geht, nmb ihn in ruhe zu setzen. Wenn er wolte,were er ahngenehm, aber mitt mißtrawen undt langeweill sicht man seinensohn nicht gern; mein dochter hatt mich lieber, die kan ich leyder auch nichtsehen. Ich mag sterben, wcm ich will, so habe ich hir nichts zu reAi-ettirsnnoch zu forchten, daß man sich zu viel über mich betrüben möge. .
831. Vorsaillo den 15. Nortr 1714.
. . . Heütte abendts oder morgen wirdt der heldt des friedens, mons.äö Villar, Herkommen. Man sagt, daß der frieden gar avantaKoux vor denKönig undt die zwey bayerische Chnrfürsten isth, daß der Churfürst vonLadern wider der erste Churfürst werden solle undt die Oberpfaltz widerbekommen. Aber seyder Wan kan der Keyßer alles vor die Churfürsten ohnesie selber undt das reich? Das nimbt mich unerhört Wunder; alles mußdenn in Teütschlandt seyder ich weg bin abscheülich geendert fseinj. Ich findeauch, daß Churpfaltz mehr verliehrt, alß gewindt, denn die Oberpfaltz ist ihmja gelegener, alß das Königreich von Km-llmKnou; das, wie ich gehört, bringtwenig ein, undt wie Churpfaltz gar hochmüthig ist, wirdt er noch einengrößern staht haben wollen; das wirdt alles über die arme Pfaltz gehen;also gefelt mir dießer rutiolo nicht, wofern er wahr ist, denn ich weiß nochgar nichts recht von den artiolon, man helt sie noch gar geheim. Man kannun hir singen:
„Allein Gott in der hohe sey ehrUndt danck vor seine gnade,
Daß nun forthin undt nimmermehrUnß schaden kan kein schade.
Ein wollgefahlen Gott ahn unß hatt,
Es ist groß freüdt ohn unterlaß,
All seht hatt nun ein ende".
Aber meine freüde kan nicht eher ahnfangen, biß ich E. L. in volkommenergesnndtheit wißen werde ohne verfluchten stöhr ausf den magen. .
Ich höre viel lieber, daß mein alter gutter freündt E. L. traotirt,alß daß dockter Ebel st obliAirt ist, E. L. ellstiron zu orlliniron. Ich binversichert, daß unßer gutter ehrlicher lloebsm Usiiorivbst woll hertzlich er-freüet geweßen, E. L. zu traotiron. Wenn man reist, seindt die große t'ostmsbor8 äo 8ai8on, denn man kan nicht ruhig eßen, weilten man eylle hatt;
y Für dm Kurf, von Bayern: Maximilian II. Einanuel, u. für dessen Bruder, denKurs, von Köln: Joseph Clemens, st Heinr. Christof Ebell, kurfürstl. Leibarzt zu Hannover,st Joach. Heinr. v. Bülow, hannov. Geh. Rath u. Grotzvogt.