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Alfred Rethel : Blätter der Erinnerung
Entstehung
Seite
185
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Mann noch leisten können, wäre nicht sein Geist zu frühvon unheilbarem Siechthum verdunkelt worden. Die Künst-ler, welche ich mit ihm in eine Parallele stellte, sind alleungleich älter und erfreuen sich der besten Gesundheit. Cor-nelius zählt jetzt dreiundsiebzig, Overbeck einundsiebzig.Schwind sechsundfünfzig, Kaulbach fünfundfünfzig und Les-sing zweiundfünfzig Jahre. Rethel aber ist schon als Fünf-unddreißiger der Kunst abgestorben. Welcher tiefe Schmerzerfaßt uns bei einem solchen Verlust!

Zum Schluß sage ich Frau Marie Rethel, der Gattin,Herrn Otto Rethel, dem Bruder, Herrn Professor AugustGrahl, dem Schwiegervater des Künstlers, Herrn ProfessorHermann Hettner, dem Schwager, und Herrn Joseph Keh-ren, sowie den andern Bekannten, die mich bei Abfassungdieser Blätter durch ihre Mittheilungen trefflich unter-stützt haben, meinen besten Dank, indem ich zugleich hinzu-füge, daß es mir die größte Freude gewährt hat, demunglücklichen Freunde dieses schlichte Denkmal zu setzen.Ein besseres Andenken werden ihm außer den bereits be-kannten Werken seine Arbeiten sichern, von denen die bestenZeichnungen augenblicklich in trefflichen Photographien durchdie Angehörigen veröffentlicht werden.

Köln, an Rethel's Todestag, 1860.

Druck von F. A. Brockhaus in Leipzig.