33
Sauerwein und ihm gegenüber der Frcieisen; nun folgtenwieder etwa fünfzig bis sechzig Frankfurter und unten am Tischsaß der feurige Herolt. Das war eine schöne Gesellschaft,wo jeder mit dem andern in seinen politischen Ansichtenaufs kleinste übereinstimmte. Die benannten vier hattenihre Schriften vor sich liegen, und nun wurde deliberirt.Ich verstand als Maler zwar sehr wenig, indem das Ge-spräch sehr gelehrt war und über das höhere Staatswesenhandelte. Unter den Anwesenden waren die ersten Kauf-leute, mehrere nassauische und österreichische Offiziere undJuden. Es war ein schöner Abend, den ich dort ver-brachte. — So lebte ich noch einige Tage recht vergnügtdort, sah jeden Tag was Schönes, und so hatte ich be-sonders am Tage vor meiner Abreise ein trauriges aberschönes Schauspiel. Ich hörte nämlich den Tag, wo ichanram, das; einer von den armen Studenten in einigenTagen vor Gericht geführt werden sollte; nun wollte ichden Unglücklichen auch sehen und ging, begleitet von meinenneuen Bekannten, deren eine nicht kleine Zahl war, ambestimmten Tage nach der Hauptwache, wo oben ein Theilder gefangenen Studenten sitzt. Ich glaubte einige Men-schen anzutreffen, fand aber die ganze Straße voller Men-schen und besonders um die Hauptwache war es gedrängtvoll und an der einen Seite war ein ganzes BataillonOesterreicher aufgepflanzt, ein Beweis, daß sie die Sin-nungsart der Frankfurter kennen. — Nicht lange dauertees, so theilte sich das Gedränge an der Hauptwache under erschien. Voraus gingen zehn Mann frankfurter Stadt-soldaten, dann kam er lind hinter ihm zwanzig Mann,alle hatten scharf geladen. — Er war ein wahres BildAlfred Reihet. Z