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Cardinal Albrecht von Brandenburg und das Neue Stift zu Halle : 1520 - 1541 ; eine kirchen- und kunstgeschichtliche Studie
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Die Kirche aber bat seitdem ein wechselvolles Schicksalgehabt. Bis 1589 hat sie geschlossen gestanden. In diesemJahre aber wurde sie laut einer Inschrift hinter derKanzel, die uns Dreyhaupt (I 852) überliefert, durch denerstenAdministrator des Magdeburger Erzstifts JoachimFriedrich renoviert und von neuem geweiht. Wie lange siedann in Benutzung, war, können wir nicht angeben; jedenfallszeigt ein Inventarverzeichnis aus dem Jahre 1615, dass siesich damals in sehr ärmlichem Zustande befand'). Auf demHochaltar stand nur ein altes holzgeschnitztes Crucifix, aufdemkleinen Altar vorm Chor, also vor dem damals nocherhaltenen Lettner, warenoben von Alabaster biblischeFiguren klein eingehauen und 4 grosse messingene Leuchterstanden auf dem Altartische. Im Kreuzgange befand sicheinalter zerbrochener Schrank. Im übrigen waren nur die not-wendigsten Geräte vorhanden, und was etwa an Altarschmucknoch zur stelle gewesen war, das hatte manbey entstandenenKriegsunwesen umb Sicherheit willen nach Zinna gebracht.Der 30jährige Krieg hat alsdann auch Halle schwer heimge-sucht, wie die Trümmer der Moritzburg lehren. Unsre Kircheaber musste bald dem evangelischen, bald dem katholischenGottesdienste dienen, bald war sie gänzlich geschlossen, bissie dann im Jahre 1644 durch den Administrator HerzogAugust von Hachsen wieder eröffnet wurde. Da die Moritzburgnicht mehr bewohnbar -war, richtete dieser Fürst das NeueGebäude des Cardinais zu seinerResidenz ein und gestaltetedie Kirche durch mehrere Um- und Einbauten mn: vor allemstammt von ihm die ganze westliche Anlage mit den beidenvon Säulen getragenen Orgelbühnen, auf der Südempore derzu seiner Benutzung bestimmte Fürstenstuhl mit seinen mannicli-faclien barocken Figuren und andern Zierraten, und der Altar.Nachdem 1680 das Erzbistum Magdeburg an Kurbrandenburggefallen und ein weltliches Herzogtum geworden war, räumteder Grosse Kurfürst zugewanderten französischen und pfälzerReformierten das Recht ein, die Kirche zu ihren Gottesdienstenmit zu benutzen, und als dann der französischen Gemeinde dieKapelle der Moritzburg überlassen wurde und der lutherische

1) Magdeburger Archiv, Erzst. M. II 791, fol. 107 ff.