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Cardinal Albrecht von Brandenburg und das Neue Stift zu Halle : 1520 - 1541 ; eine kirchen- und kunstgeschichtliche Studie
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Albrecht, blieb fest, er konnte nicht mehr zurück. So bliebden Stiftsherren nichts andres übrig als ihre Kirche zuschliessen, nachdem sie am 22 . März 1541 die letzte Messedarin gesungen hatten).

Die Personen des Stifts aber, die so plötzlich brotlos ge-worden waren, musstenabgefunden,entschädigt werden.Dem Propste, I)r. Johann Sauer, setzte daher Albrecht einePension von 50 fl. aus, die er alljährlich zu Weihnachten vomRate der Stadt erhalten sollte, und gab ihm überdies einHäuslein zu Halle, in der Nähe des Stifts gelegen, zur Woh-nung 2 3 ). Den andern scheint der Cardinal dagegen nur eineeinmalige Zahlung verabfolgt zu haben. Wenigstens war diesder Fall bei dem Magister Thomas Singer, dem Scholasticusdes Stifts (s. oben S. 80), derzu seiner Abfertigung 130 fl.erhält :! ).

Unter der Bürgerschaft aber war die Lehre Luthers be-reits in solchem Masse verbreitet, dass bei Aufhebung desStifts die Bekenner des alten Glaubens nur noch eine spärlicheMinderheit bildeten. Als nun vollends der Cardinal balddanach seine westlichen Länder aufgesucht hatte, da zögertedie Bürgerschaft nicht lange, von ihrem Rate die Einführung

1) Summarische Beschreibung fol. 611) und 63.

2) Urkunde vom 21. Fehl 1 . 1541 (Mgdb. A., Erzst. M. II 791, fol. 37):

Wir Albrecht etc. bekennen öffentlich mit diessem bvieve für uns und unserenachkommen, ertzbischoffe zu Magdeburg, das, nachdeme wir mit be-willigunge unsers thumbcapittels nnser kirchen tzu Magdeburg, auch derlantschafft unsere ertzstiffts Magdeburg, so uff itzo gehalttenem landttageconversionis Iaulj [25. Januar] tzu Calbe beyeinander gewest, unsere stiffts-kirche zu Hall mit iren vorwidempten guthern, renthenn und tzinsen, uusermertzbischofflichen tische iucorpovirt und eiugeleibet, also das die personellderselbigen unserer stifftkirclien ahgefunden sollen werden: das wir

doruff mit dem prohste gedaclits unsers stiffts, doctorn Johau Sawr, habenhandeln lassen, der sieh dan mit 50 fl. ganghafftiger inuntz, ye 21 gr. vorden gülden gerechent, jerlicher pension ime uff' sein leben alle jar durchden ratli uunser stadt Halle uff weynachten tzu geben, hatt lasse abefinden,etc. etc. Hirzu und doruber verschreiben wir auch genanttem doctoriJohanni Sawer das heusslein bey unsenn Stillte tzu Halle geleg'en, dieInfirmerey genant, das er doriune wonen sali, etc. Halle uff s. TsLforitzburg]

am Montage nach Juliane virginis nach Christi u. 1. h. geburtt 1541. --

Über Sauer cf. Franke S. 160 N. 1.

3) Seine Quittung hierüber,gegeben zu Halle am suntag Letare[27. März] 1541, befindet sich im Magdeburger Archiv, Erzst. M. II 791,fol. 50.