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Cardinal Albrecht von Brandenburg und das Neue Stift zu Halle : 1520 - 1541 ; eine kirchen- und kunstgeschichtliche Studie
Entstehung
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Fünftes Kapitel.

J>as Ende des Stifts.

1 .

Rascher als irgend jemand geahnt hatte, war es mit allder Pracht zu Ende. Denn dem Cardinal war schon seitlangen Jahren zu Halle ein mächtiger Feind erstanden, demer auf die Dauer nicht zu widerstehen vermochte: die neuereligiöse Bewegung, die, von Wittenberg ausgehend, auch dieGemüter seiner Halleschen Unterthanen bald ergriffen hatte *).

Tetzel hatte im Juni 1517 auch zu Halle längere Zeit, inder Moritzburg herbergend, seinen schwunghaften Handel mitAblasszetteln betrieben 1 2 ). Kein Wunder, wenn man hier vonvornherein den Angriffen Beachtung schenkte, die von SeitenLuthers gegen den allgemein bekannten Mann gerichtet wurden.Der begonnene Streit wurde hier in Halle, so nahe an Witten-berg, mit besonderem Eifer verfolgt, und schon zu Beginn desJahres 1521 hören wir von Anhängern Luthers zu Halle, jakein Geringerer als „der Dechant zu Halle“ — also dochwohl der des Neuen Stifts — verkündete bereits dem Volke

1) Es kann hier natürlich keine ausführliche Geschichte der Reformationin Halle gegeben werden, was auch durch die eingehende und im Ganzenzuverlässige Darstellung dieses Gegenstandes durch Franke (Gesell, derIlallischen Reformation) sowie durch Hertzbergs Gesell, der Stadt Halle,Band II, unnötig gemacht wird. Ebenso würde eine Betrachtung über dasVerhältnis Albrechts zu Luther und zur Reformation über den Rahmenunsrer Aufgabe heraustreten. Nur die Hauptpunkte und das speciell fürdas Stift Wesentliche kann hier hervorg-ehoben werden. — Cf. auch: DerKatholik 1878 (1.) 415; F. W. Woker, Geschichte der deutschen Franzis-kaner-Missionen der sächsischen Ordens - Provinz, Freiburg i. Br. 1880,S. 126; Gredy S. 117.

2) Hertzberg S. 15.