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Von einem Bischofsstäbe hörten wir bereits gelegentlichder Beschreibung des Griinewald’sclien Gemäldes der MünchenerPinakothek, auf dem Erasmus einen Bischofsstab trug, welchenwir in dem in einem Inventar beschriebenen wiedererkannten.Während dieser noch ganz dem Formenschatze der Gotikangehört, hat Domkapitular A. Schniitgen zu Stockholm einenzweiten gefunden, der im Jahre 1539 entstanden ist und daherdurchweg Benaissanceformen aufweist ! ). Der Schmuck undbesonders die Wappen am Knaufe dieses Stabes bieten freilichkeinen Anlass, denselben für unser Stift in anspruch zu nehmen,doch wäre es immerhin nicht unmöglich, dass er in der Kirchezu Halle hätte auf bewahrt werden sollen, in deren Breviarwir bereits im Jahre 1532 die Bestimmung finden, dass nachdem Tode Albrechts an dessen Jahrtagfeier auf seinen Sargneben der Mitra des Propstes auch ein Hirtenstab (baculusjgelegt werden soll.
Wir sehen, auch an Gebrauchsgeräten leidet unsre Stifts-kirche keinen Mangel. Unzählig seien, so berichtet einhumanistischer Dichter, die Kelche und goldnen Gefässe, die,zu frommem Gebrauche bestimmt, in der Sakristei (sacraria)aufbewahrt werden 1 2 ). Den Wert aller Kleinodien aber schätztebenderselbe Humanist auf Zehnmalhunderttausend, d. i. eineMillion Goldgulden 3 ).
So sah das Stift namentlich in den 1530er. Jahren seineglänzendsten Tage. Mit irdischem Besitz war es aufs reichsteausgestattet, an seiner Spitze standen bedeutende Männer(Yehe, Crotns), eine Kirche von wunderbarer Pracht stand fürdie prunkvollen Gottesdienste bereit. Dazu hielt Albrechtselbst damals vielfach in Halle Hof, und seine Anwesenheitzog auch andre Fürstlichkeiten herbei. Besonders in den
1) Der genannte Herr hatte bereits früher die Güte, mir die Photographiedieses Stahes zu leihen, und hat mir jetzt eben die Korrekturbogen seinesAufsatzes über denselben für die Zs. f. Christ). Kunst zugesandt.
2) Beilage 26, v. 115.
3) Ebenda v. 127.