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all seinen Reliquien und Kleinodien, am 10. Mai 1530 demNeuen Stift incorporirt wurde 1 ). So kam auch ein silbernervergoldeter Sarg mit spitzem Daclie (also wohl dem gotischenStil angehörig), von 12 erhabenen Figuren an den beidenLängsseiten sowie einer Darstellung Christi an der einen undeiner des li. Augustin an der andern Schmalseite geschmückt,dessen Reliquien, insbesondere den Körper des h. Alexander,Kaiser Otto II. einst von Rom nach dem Neuwerkskloster ge-bracht haben sollte 2 ), damals an das Stift..
Aber auch von anderen Kirchen und Klöstern seiner bei-den Erzdiöcesen liess sich Albrecht einzelne Reliquien schen-ken, wobei es schwer zu sagen sein wird, in wie weit solcheSchenkungen aus freiem Triebe geschahen und in wie weit dieGeber einem Drucke von oben folgten. Erleichtert wurdensolche Uebertragungen durch eine besondere Gunst, die derPapst unsrer Kirche gewährt hatte, indem er schon durch dieStiftungsbulle von 1519 gestattete, heilige Reliquien aus an-deren Kirchen in die Stiftskirche zu bringen , wenn sie nurvon dazu berechtigten Personen gespendet würden, und wobeietwa geleistete Eide über Nichtveräusserung derselben ein fürallemal erlassen sein sollten 3 ).
So schenkte bereits gegen Ende des Jahres 1519 dasKloster zu Berge bei Magdeburg dem Cardinal ..ein Hauptsancti Johannis baptistae mit einer goldenen könig-lichen Krone in einer silbernen Schüssel (in eynem sulvernvathe), mit Gold und Edelsteinen geziert“ 4 5 ), wofür Al-brecht zur Fertigung eines neuen silbernen Johannes-bildes und zur Abhaltung einer Memorie 500 fl. als Gegen-geschenk versprach a ). Später erhielt das Stift von demselbenKloster einen silbernen Sarg mit dem Körper des heiligenFelix, der im Bauernkrieg vom Rat zu Magdeburg in Yer-
1) Dreyhaupt I 739. Oben S. 47 ff.
2) Mitteilungen aus dem germ. Nationahnuseum II 128.
3) Non obstantibus iuramentis forsan per capitula et personas huiusmodide reliquiis eisdem non alienandis seu non elargiendis aut alias non conce-deudis prestitis, que illis quoad hoc relaxamus. Ludewig XI 434.
4) 5. Dec. 1519. Urkundenbucli des Klosters Berge, Band IX derGesebichtsquellen der Prov. Sachsen, Nr. 965. — In den Heiligtumsverzeicli-nissen finden wir nur ein Johannesbild mit Erzbischof Errists Wappen.
5) Cf. Urkunde vom 14. Juni 1520, ebenda Nr. 971.