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wände des Sarges selbst in 3 Felder geteilt sind, so ist diesin gleicher Weise beim Deckel der Fall; die trennenden vor-springenden Leisten sind mit Krabben verziert. Der Sarg ist,wie scheint infolge einer in den letzten Jahrzehnten vorge-nommenen „Restauration“ der Kirche, in sehr beschädigtemZustande auf uns gekommen, doch bildet der um die Kunst-geschichte Aschaffenburgs verdiente Kittel 1862 den Sarg nochunversehrt ab und versichert ausdrücklich, dass die Wiedergabe„naturgetreu“ sei ■). Wir sehen hiernach, dass längs der oberenKante des Sarges eine aus nach oben geöffneten Kreisbögenbestehende Verzierung hinlief: jetzt giebt nur noch eine Anzahlvorstehender Nägel davon Kunde. Auch die Muster derOrnamente, welche nur ganz flach in die Seitenwände ein-geschnitten sind, können wir uns nur nach der Abbildungvergegenwärtigen, da sie am Original durch Überziehung desSarges mit einer dicken vergoldeten Masse zum mindestensehr verwischt sind, was um so mehr zu bedauern ist, als derSarg in einer sehr dunklen Nische aufbewahrt wird. Dochlässt sicli auch am Original noch so viel erkennen, dass dieseZeichnung eine ziemlich minutiöse gewesen ist und jedenfallseher mit der bei Kittel wiedergegebenen als mit der des LiberOstensionis, die grössere Züge aufweist, übereinstimmt. Auchist die Ornamentation nach Kittels Abbildung eine rein pflanz-liche, während der Illustrator des Liber Ostensionis auch Tier-ornamente mit verwendet. Ebenso weicht die den Deckel be-krönende Verzierung hier etwas von der Kittel’schen Zeichnungab, doch sind sonst die Umrisslinien im Ganzen mit demOriginal übereinstimmend wiedergegeben. Wir sehen also: derZeichner des Liber Ostensionis giebt wohl in der Hauptsacheden Gegenstand richtig wieder, in den Einzelheiten der Orna-mentation aber gestattet er sich kleine Abweichungen. — Umnoch mit einem Worte auf das vielfach missdeutete Wappenzu kommen, so ist zu bemerken, dass dasselbe, jetzt freilichdurch die bei der Renovierung rveggelassenen Trennungslinienschwer erkennbar, im ersten seiner 4 Fehler das Mainzer Rad,silbern auf rotem Grunde, aufweist, das zweite Feld ist vonSilber und Rot geteilt: Magdeburgs Wappen, und das 3. und
i) Programm der k. b. Landwirtschafts- und Gewerbeschule zu Aschaffcn-burg, Schuljahr 1862/63, S. 14.