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Cardinal Albrecht von Brandenburg und das Neue Stift zu Halle : 1520 - 1541 ; eine kirchen- und kunstgeschichtliche Studie
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graveur (VII S. 535) nicht weniger als 12 Stiche Krugs an, zudenen Passavant (Peintre-graveur III, p. 133) noch 4 Sticheund einen Holzschnitt hinzufügt, während das Dresdner Kupfer-stichkabinet 2 Holzschnitte (Sündenfall und Vertreibung ausdem Paradiese) von ihm auf bewahrt. Warum sollte dieservielseitige Mann nicht auch Miniaturen gemalt haben, zumalNeudörfer wie die Inschrift seine Geschicklichkeit auch imMalen erwähnen? Und hier ist dies um so eher denkbar, dadie Gegenstände, die abgebildet werden sollten, gerade denGoldschmied vor allem interessieren mussten! Eine Ver-gleichung der Stiche und Schnitte Krugs mit den Abbildungendes Liber Ostensionis ist mir leider nicht möglich gewesen, dochwürde eine solche bei der charakteristischen Gesichtsbildungder Krugschen Figuren mit ihren stark gezeichneten undhoch gewölbten Augenbrauen, mit den stets schmalen, vielfachein wenig nach innen gebogenen Nasenrücken und der meistetwas zurücktretenden Mund- und Kinnpartie gewiss lohnendsein. Hier wie dort aber zeigt sich der Meister als trefflicherAktdarsteller 1 ).

Auch Friedrich Schneider (S. 183) stimmt der AnsichtRosenbergs bei und schreitet von ihr aus zu der Annahmeweiter,dass überhaupt Goldschmiede und ihre Gehilfen zurFertigung des Inventars herangezogen worden seien, daeinmal die wiederzugebenden Dinge gerade dieser Zunft durch-aus geläufig gewesen, während andrerseits die Goldschmiede-werkstätte den Ausgangspunkt zeichnerischer Ausbildung ge-bildet habe. Fügen wir noch hinzu, dass den Meistern derMiniaturen, wie Terey eingehend darthut (S. 30 f.), wenigstenszum grössten Teile gerade die für den Maler, für den Coloristennötigen Qualitäten fehlen, wie sich namentlich in der ganzunbeholfenen Bemalung der Gesichter und des Nackten über-haupt zeigt, und dass sie die Edelsteine und Perlen, mitdenen die Reliquienbehälter geschmückt sind, vielfach über

1) Of. Adam und Eva auf den beiden Holzschnitten, besonders aber dieKupferstiche Bartsch 11 u. 12, wie auch die kleinen Reliefs (z. B. Lucretia)an der Architektur auf B. 2 . Ein bezeichneter Kupferstich von Krug(Johannes auf Patmos) ist übrigens wiedergegeben in dem bereits erwähntenAufsatze von Domanig iin Jahrbuch der kuusthistorischen Sammlungeu desallerhöchsten Kaiserhauses XVI 1895 S. 71. Im L. 0. ist selbstverständlichder Mann mit dem Beile am Busse des Kelches gemeint.