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Cardinal Albrecht von Brandenburg und das Neue Stift zu Halle : 1520 - 1541 ; eine kirchen- und kunstgeschichtliche Studie
Entstehung
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zeitige Entstehung, wobei dasRegister wohl als Ergänzungund Vervollständigung des im Jahre 1525 aufgenoninienenInventarverzeichnisses (Beilage 17) aufzufassen ist.

Das Wichtigste sind uns aber die Miniaturen. Es sindcolorierte Federzeichnungen, welche, an Zahl 350, auf 348 Seiten353 Reliquienbehälter abbilden (s. S. 246 . Ihre Ausführungist von verschiedener Güte. Schon die hohe Zahl der Ab-bildungen lässt erwarten, dass, wenn das Werk nur einiger-massen rasch gefördert werden sollte, mehrere Maler zugezogenwerden mussten. Terey kommt bei seiner Untersuchung (S. 30)zu dem Ergebnis, dass ein Künstler die Mehrzahl der Minia-turen gemalt habe, dass diesem für die Ausführung der ein-facheren Gegenstände ein wenig geübter Gehilfe zur Seitegestanden habe, dass aber auch der Hauptkünstler nur einsehr mittelmässiger Maler gewesen sei und vielleicht ausNürnberg gestammt habe, jedenfalls aber nicht mit demPseudo-Grünewald identisch sei, der die Flügelbilder desMauritius-Erasmusbildes zu München samt dem Valentin derAschaffenburger Stiftskirche gemalt habe.

Bereits Hefner hatte im Jahre 1838 auf ein Blatt auf-merksam gemacht, das ein Künstlermonogramm trägt 1 ). Esist die Abbildung eines silbernen, vergoldeten kelchfönnigenGefässes (Liber Ostensionis, Gang III, zcum 8 ten ) 2 ), dessenbauchigen Hauptteil erhabene Darstellungen aus der Leidens-geschichte Christi (sichtbar sind die Kreuztragung, der Cruci-fixus und die Grablegung) schmücken, während der Deckel mitPutten, ebenfalls in getriebener Arbeit, geziert und mit einemKnopfe versehen ist, auf dem sich die trauernde Gottesmuttererhebt. Den Fuss bildet naturalistisch wiedergegebenes Baum-und Astwerk, an dem ein nackter Mann mit einem Beile sichzu schaffen macht. Die Formengebung gehört durchaus derZeit der Renaissance an. Auf einem Baumdurchschnitt abererblicken wir einen doppelhenkligen, vasenförmigen Krug mitBlumen zwischen den Buchstaben L K. Schon Hefner hat das

1) Beitrag' zur Gesch. (1er deutschen Goldsclimiedekunst, Programm derkgl. Landwirtschafts- und Gewerbsschule zu Aschaffenburg, Schuljahr 1837,38.Auch eine kleine Abbildung des betreffenden Blattes ist hier gegeben.

2) Terey S. 45. Ergänze hinter den Worten: in der handt: eyn peyelhabende.