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Kap. III, S. 221). Dass aber auch damals Biicliereinbändemit Sammet überzogen waren, lehrt uns unser Codex selbst, indem wir in der 1. Abteilung (Gang) als Nummer 12 „eynsilbernn vergult Plenarium mitt eynem elffenbeynenn cruciflxmitt schwarzem sammet ubertzogenn“ aufgeführt finden, alsoein in schwarzen Sammet gebundenes, mit silbernen, ver-goldeten Beschlägen versehenes und vorn mit einem elfen-beinenen Crucifix geziertes Plenarium, das in dem handchrift-liclien Breviar unsrer Stiftskirche von 1532 als „das swartzsammet plenarium mit dem elffenbeynen crucifix“ wiederkehrt,wozu noch ein „ander schwartz sammet plenarium“ Erwähnungfindet ‘).
Schlimmer aber als das Beschneiden der Blätter ist dieThatsache, dass einzelne Blätter aus dem Codex herausgetrenntsind. Der Text liess sich zwar leicht ergänzen, da das Würz-burger Archiv ein Verzeichnis des Heiligtums enthält, dasunter Weglassung' des hagiologischen Teils mit dem LiberOstensionis von Wort zu Wort und von Zahl zu Zahl überein-stimmt, aber die Abbildungen mussten wir für verloren an-sehen. Da ist es wiederum dem Mainzer Prälaten Dr. FriedrichSchneider gelungen, die Mehrzahl der verlorenen Blätter —6 von 9 — aufzufinden und mit dem Codex wieder zu ver-einigen. Er hat seinen Fund in vortrefflichen Lichtdruckenim „Hohenzollernjahrbuch“ (I S. 174) publiciert und diesen eineverdienstvolle Studie hinzugefügt, die zugleich eine Menge derden Codex berührenden Fragen durch treffende Schlaglichtererhellt. Diesen Aufsatz werden wir daher immer nebenv. Tereys Arbeit zu rate ziehen müssen, wenn wir uns überden Codex orientieren wollen.
Was nun die Entstehungszeit unsres Prachtwerkes betrifft,so ergiebt sich diese, wie Terey mit Hecht dargethan hat, ausder nahezu völligen Übereinstimmung des Textes mit demeben erwähnten Würzburger „Register“, das die Jahres-zahl 1526 aufweist 1 2 3 ). Es hat den Anschein, als ob dieses
1) Neue Mitteilungen XV 18. — Andre sammetüberzogene Bücher cf.Beilage 22, S. 96 *. .
2) „1526 Register aller cleynotk dess hoclnvirdigen lieiligtlmmbs der
löblichem! stifftkirclienn zcw Halle, die seint geteilt in IX genge.“ Würz-burger Archiv, Mainz. Geistl. Schrank 14/56. Es findet sich in einemPergamentumschlag auf in der Längsrichtung halbierten Folioblättern