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Cardinal Albrecht von Brandenburg und das Neue Stift zu Halle : 1520 - 1541 ; eine kirchen- und kunstgeschichtliche Studie
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sind die Gewänder von Alberti Hoffarbe. Aber auch sonsterfahren wir vor wie nach dem Jahre 1525 durch Rechnungenund Briefe häufig vom Ankauf kostbarer Stoffe und von ihrerBearbeitung mit der Nadel. Besonders ist es Hans Schenitz,der seit dem Jahre 1520 derartige Besorgungen für Albrechtübernimmt. Seine Thätigkeit nach dieser Richtung tritt unsvor allem in der Rechnung der Jahre 1532 und 33 entgegen,die wir früher wegen der darin enthaltenen Baurechnung er-wähnten (Beilage 9). Wir sehen hier, wie Schenitz für seinenHerrn da und dorthin zieht und namentlich auf den Frank-furter Messen Sammete und Tuche einkauft, während er wohlin den Niederlanden, wohin er mehrfach gereist ist, nebenTeppichen auch seidene und andere kostbare Stoffe besorgthaben wird. Dass man diese dort besonders gut und wohlfeilkaufte, wissen wir unter andern aus Dürers Tagebuch, derauch einen Seidenhändler, Tomasin, den Tomaso Bombelli zuAntwerpen, mit Namen aufführt 1 ). An Albrecht sendet imJahre 1533 ein andrer Antwerpener Kaufherr, Wolf Reitwiser,„Schleiertuch“, dünnen Leinenstoff, zu Rochetts 2 ). Seit Beginnder 1530er Jahre kommt neben Hans Schenitz sein BruderAnton als Lieferant Albrechts in betracht, der wohl bei denvielen auswärtigen Geschäften des ersteren den väterlichenTuchladen übernommen hatte. Er liefert in den Jahren1531—33 Yenetianischen Damast, Mailändisclien Barchent,Sammet, Satin und andere Stoffe, die zusammen mit süssemWein und einigen Kleinigkeiten eine Rechnung von 3268 Tlialern10 Groschen machen 3 ). Kleinere Posten von Stoffen werdenferner einem Adam Forchem und Johann Stein abgekauft(Beilage 9). Auch von einem gewissen Heinrich Scherll, Bürgerzu Leipzig, bezieht der Cardinal im Jahre 1533 Sammet, Atlasund Damast im Werte von 478 fl. 4 ). Es ist wohl derselbe,den Schenitz in seiner Rechnung Heintz Scherlein nennt. Von

1) Quellensclirifteil zur Kunstgeschichte III 84.

2) Beilage 9, S. 28*. — Dass der Genannte nicht nur ein vom Cardinalentsandter Agent, sondern in Antwerpen ansässig ist, ergiebt sich auseiner Weisung' Albreclits an den Agenten Hertzheiin im .lalire 1535, wonachdieser sich bemühen soll, ein Kätzlein von Reitwieser zu erhalten (Bei-lage 29).

3) Magdeburger Archiv, Erzst. Mgdb. II 12, fol. 13.

4) Rechnung vom 3. Mai 1533, ebenda fol. 21.