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Hinter diesem Altar der Maria Magdalena befand sichdie Kapelle Aller Heiligen: sie nahm also den öst-lichen Teil des nördlichen Seitenschiffes oberhalb der Lettner-stufe ein und war, wie seitlich nach dem Vorchore zu, so auchvorn gegen das Schiff hin durch vermutlich steinerne Schrankenabgetrennt.
Noch einen Altar führt unser Inventar auf: den Altarbeatae Mariae vir g inis. Vier vergoldete Säulen trageneinen Baldachin, der über dem Altar errichtet ist 1 2 ), währendein Gitter den Platz, auf dem er steht, umgiebt und denZutritt der Menge verwehrt. Es war, rvie aus der Beschreibunghervorgeht, ein Ciborienaltar, etwa ähnlich dem zu S. Stephanin Mainz vom Jahre 1509, zwischen dessen schlank auf-steigenden Messingsäulen Altarvorhänge aufgehängt waren a ).Bei älteren Altären der Art hing von der Decke herab dieHostienbüchse in Gestalt einer Taube, des Symbols des heiligenGeistes: auf unserm Altar wird am Charfreitag ein hölzernesvergoldetes und verglastes Ciborium gebraucht, über dessenForm jedoch nichts Näheres angegeben wird 3 ). Auf dem Altaraber stand eine kleine versilberte Tafel mit dem Bilde derJungfrau, umgeben von vier Engeln mit den Wappen Christiauf den gleichfalls versilberten Flügeln des Triptychons, undvor dem Altar hing ein Kronleuchter, der „ein Marienbild inder Sonne“ aufwies und 7 Lichter trag, 3 Lampen und derübliche Kerzenstab mit dem Engel umgaben ihn.
Über seinen Platz in der Kirche macht unser Verzeichniskeine Angaben, doch da es ihn an letzter Stelle und nach demAltar der Capelia omnium sanctorum nennt, so scheint aucher nicht im Schiffe gestanden zu haben, wo unsrer Darstellungnach nur im Westen noch ein paar Altäre von geringerem
1) So ist wohl zu verstellen: „mitt 4 vergulten sewlen und versymmest“,also mit einem Sims versehen. An den Baldachin des Margaretensargesist natürlich nicht zu denken, da er als Bedachung eines Altars doch zuklein ist und besonders da hei ihm eine Schmalseite ausdrücklich alsVorderseite betont ist.
2) Beschrieben und abgebildet von Pr. Schneider im Organ für christ-liche Kunst XII 1862, S. 51. — Über Ciborienaltäre im allgemeinen vergl.Fr. Laib und Dr. Fr. Jos. Schwarz, Studien über die Ctescli. des christlichenAltars, Stuttgart 1857, S. 12, 23-25, 57/58, G7/68.
3) Beilage 17, S. 44 *.