172
ein Altar mit einer Darstellung ans der Heiligenlegende ge-schmückt: der Altar des heiligen Moritz, des ersten Titel-heiligen der Kirche, „an des Propsts Seite im Aufgange“, alsowohl an der die Kirche beim Lettner durchziehenden Stufe imsüdlichen Seitenschiff, mit einer Schmalseite an den Pfeileroder wahrscheinlicher (da sich „daneben an der Mauer“ Ge-mälde befanden) an die Südwand der Kirche angelehnt. Dannaber beginnt jener Gemäldecyklus bereits an der Wand nebendem Moritzaltar, an der uns der Einzug Christi in Jerusalemund das Abendmahl entgegentritt. Die Tafel des Erasmns-altars, der am nächsten Pfeiler aufgestellt ist („am Pfeilerdaneben“ hängt eine Annentafel und eine Tafel mit der MarterErasmi), stellt sodann die Fusswaschung dar, auf dem nächstenAltar erblicken wir Christum am Ölberg, dann folgt die Ge-fangennahme, die Vorführung vor Annas, vor Kaiplias, vorPilatus und die Geisselung. Hier wird der Gang der durchdie Bilder veranschaulichten Erzählung unterbrochen durchAnführung einer "Anzahl von Gemälden über der Cliorolei-Thiir. Wir haben also offenbar, da die Reihe der Darstellungenmit Gemälden an der Wand neben dem Moritzaltar, also aufder Propstseite beginnt, bis zum Altar Augustins die Altäreim Südschiff und an der südlichen Pfeilerreihe vor uns, währendnach der Unterbrechung der Enden der Erzählung wiederaufgenommen und uns zunächst auf dem an die Nordwandangelehnten Altar Christophori die Ausstellung Christi (Eccehoino) vorgeführt wird, welcher auf dem daneben, am Pfeileröstlich der Kanzel, befindlichen Altäre eine Darstellung desPilatus, die Hände waschend, dann auf dem Altar an derWand neben der Kanzel die Kreuztragung Christi und westlichdavon auf dem ebenfalls an der Mauer befindlichen Altar derdrei Könige die Anheftung ans Kreuz folgt. Da Christus amKreuze bereits auf dem Altar Crucis dargestellt ist, erblickenwir auf dem nächsten Altar an der Mauer — den Pfeilerwestlich der Kanzel schmückt nur ein Gemälde — die Kreuz-abnahme. Schliesslich ist in der Kapelle Aller Heiligen dasGrab Christi, von den Kriegsknechten bewacht, abgebildet,während, auf dem der Maria Magdalena geweihten Altar vorderselben die Auferstehung den Darstellungskreis abschliesst.
Mit diesen beiden letzten Altären haben wir jedoch bereits