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Gestiihle“ erwähnt, woraus erhellt, dass die Chorstiilile der„Herren“, der Stiftsherren, eben in diesem Räume aufgestelltwaren, während unter dem „Umgänge“ vermutlich die dasMittelschiff hier von den Seitenschiffen trennende Mauer zuverstehen ist 1 ). An die Rückseite des Lettners aber war der„Regentenstuhl“ angeh aut, der Sitz des regens chori, der dieChorsänger hier um sich versammelte: in der Regel der Sang-meister, während der Cantor, der ja zu den Prälaten gehörte,nur an den Festen die Leitung der Gesänge übernahm unddann einen besonders für ihn reservierten Stuhl inne hatte.Ausserdem wird noch ein „Predigtstuhl“ er av ahnt, den offenbarder Prediger zu den Gottesdiensten einnahm, bei welchen er zupredigen hatte 2 ). Die Chorsänger aber hatten vom Chore auseinen Zugang zum Lettner, von dessen Höhe gewisse Teileder Liturgie gesungen zu werden pflegten 3 ) Von hier über-blickte man das Schiff der Kirche, zu dessen Besprechung wiruns nunmehr wenden.
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Wenn auch minder reich als der Chor, so war doch auchdas Schiff der Kirche mit einer Pracht ausgestattet,die ihres Gleichen suchte 4 ).
Ein Lettner schied es, wie wir sahen, vom Chore. In derMitte desselben befand sich ein Crucifixus, doch wird nichtangegeben, ob dieser als sogenanntes Triumphkreuz von derDecke der Kirche herabhing — wie z. B. das bekannte Kreuzvon Riemenschneider im Würzburger Dome —, oder oh sichder Kreuzesstamm auf dem Lettner selbst erhob, wie wir nochheute in der Elisabetkirche zu Marburg die Kreuzigungsgruppeals oberen Abschluss des Lettners erblicken. Die dem Cruci-fixus in der Regel beigegebenen Figuren der Maria und desJohannes standen in unsrer Kirche „in einem runden Taber-nakel mit krystallenen Säulen“, also in einem Gehaus irgendwelcher Art mit Rundbogen, die von krystallenen Säulen ge-
il Ebenda S. 51*. — Über das noch vorhandene Chorgestühl s. o. S. 141.
2) Beilage 17, S. 51* sind „2 Ieuchter ufs cantors stule, da er dye festinnen regiret“, aufgeführt, während Seite 48* vom „predig- und regentten-stule“ und von „der regentten und chorschuler pulpte“ die Bede ist.
3) Darauf bezieht sieh offenbar Sabinus, Hodoeporicou, Beilage 26, v. 49.
4) Hauptquelle: Inventar von 1525, Beilage 17, S. 51* ff.