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unvergoldetem Silber bestanden und Lebensgrösse aufgewiesenhabe r ). Daneben haben noch eine Menge grosser und köst-licher Reliquien den Altar bedeckt 1 2 ), unter denen an andrerStelle eine mit Perlen bestickte „Tafel“ — Reliquientafel —genannt wird, die „Unser lieben Frauen in der Sonne Bild“— eine Madonna, von sonnenförmigem Nimbus umgeben, ähn-lich wie auf der Vischerschen Erztafel von 1531 — aulwies 3 ).
Der schon genannte Sabinus, dessen Hallescher Aufenthaltin den Herbst 1533 fällt, hebt unter den „unzähligen Bild-werken“, mit denen der Altar bestellt ist, zwei besonders her-vor: die Figuren Kaiser Karls V. und Albrechts selbst 4 ). DerKaiser ist mit der Krone auf dem Haupte dargestellt, wie ersie trägt, wenn er den Fürsten des Reiches Recht spricht, dieHand hält das entblösste Schwert, und die goldne Kette mitdem Felle des Plirixus bezeichnet ihren Träger als Ritter vomgoldnen Vliesse. Auch AUorecht trägt kostbaren Stirnschmuck:eine doppelte Krone von Gold, mit grossen Cameen besetzt,in der Rechten aber hält er den Bischofsstab. Man hat dieseBildwerke bisher immer für Gemälde gehalten 5 ), doch sprichtSabinus hier ausdrücklich von Gold- und Silberschätzen, undwir haben uns wohl silberne Brustbilder mit teilweiser Ver-goldung , mit Edelsteinen und Perlen besetzt, vorzustellen.
1) Joh. Voigt-, Briefwechsel S. 149. — Dass man damals unter dem Sal-vator nicht nur den triumphierenden Christus verstand (wie Otte I 514und Müller u. Mothes, Archäol. Wörterbuch der Kunst, 818 meinen), gehthervor aus der Beschreibung eines goldenen Pacems: darin eyn salvator uffeynem steyn vor dem creutz sitzend: Beilage 39, S. 185*. Dass aber derBegriff „Barmherzigkeit“ die damals übliche Bezeichnung für einen in obengeschilderter Weise dargestellten Erlöser ist, ersehen wir daraus, dass indem grossen Heiligtumscodex zu Asekaffenburg, über den wir im 4. Kapitelausführlicher handeln werden, an drei Stellen, an denen der Text das Wort„Barmherzigkeit“ hat (v. Terey, S. 43 u. 44), die dazugehörige Abbildungeinen solchen nackten, im Grabe stehenden Christus, der in der Regel seineWundmale zeigt, darstellt: Gang II, zeum 16 teu : eine Monstranz, in der Mitteeine Barmherzigkeit; II, 35: ein Monstränzlein , im Tabernakel eine Barm-herzigkeit (auch ist hier Tabernakel ein baldachinartiger Aufsatz); II, 4:ein silbernes vergoldetes Bild (d. i. Statue) der Barmherzigkeit (Christussteht hier nicht im Grabe, sondern auf einem Sockel).
2) Voigt an gleicher Stelle.
3) Beilage 40, S. 192*.
4) Beilage 26, v. 63 ff.
5) Muther in den Grenzboten 1884, 2. Quartal, S. 589. Janitschek,Malerei, 397. v. Terey S. 6, N. 1.
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