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zweifellos fundator gestanden: lesen wir doch noch in demhandschriftlichen Breviar der Halleschen Stiftskirche von 1532,dass die Aufschrift einer Bleitafel , welche bestimmt war, mitder Angabe der Titel Albrechts nnd seines Todestages ihmmit ins Grab gelegt zn werden, unter andern die Worte ent-halten sollte: Imins ecclesie collegiate fundator! r ) Dies
passte.wohl für die Stiftskirche zu Halle, nicht aber für diezu Aschalfenburg, und musste daher bei der Aufstellung desMonuments in letzterer Kirche abgeändert werden.
Dass die beiden Erzplatten der Vischerschen Werkstattauch in unsrer Kirche zu Halle, wie heute in Aschaffenburg,einander gegenüber an den Wänden des hohen Chors aufge-stellt waren, bezeugt uns eine Anordnung des Cardinais vomJahre 1540, wonach dieser nach Aufhebung des Stifts unteranderm befiehlt, dass „die zwei gegossenn messing bilde i msanctuario, eins beate virginis, das ander eins ertz-bischoffs“, ausgebrochen, „ins Haus“ gesetzt und die Löcherwieder zugemauert werden sollen 1 2 ). —
Noch ein drittes Werk gehört hierher, das nach derMeinung Liibkes und anderer Kunstgelehrter 3 ) ebenfalls derVischerschen Giesshiitte zu Nürnberg entstammt und sichheute gleich den beiden Erzplatten in der Stiftskirche zuAschaffenburg befindet: der bronzene Baldachin, der, ineiner nischenartigen Kapelle des nördlichen Seitenschiffs derKirche aufgestellt 4 ), gegenwärtig und wohl schon seit mehrals drei Jahrhunderten einen Sarg trägt, der die Gebeine derheiligen Margaretha enthalten soll. Auf vier mit Bankenwerkornamentierten Pilastern ruht ein den Bauwerken der Altennachgebildetes Gebälk. Die Decke dieses architektonischenGebildes besteht in einer Erzplatte, die in kunstreicher Gra-vierung prächtige Kenaissanceornamentik aufweist 5 ). Zwischen
1) Neue Mitteilungen XV 40.
2) Beilage 40, S. 188*.
3) Lübke, Gesell, der Plastik, 3. Aufl. 1880, S. 759. Bergau bei Dohme,Kunst und Künstler II, Nr. 37, 8. 52. Kittel, Programm der Landwirt-schaft s- und Gewerbsschule zu Aschaffenburg, Schuljahr 1862/3, S. 14.
4) Kittel giebt an, der Baldachin mit dem Sarge habe früher „mitten imChore“ gestanden.
5) Die Platte ist abgebildet bei Bücher und Gnauth, das Kunsthand-werk, Band III, Tafel 4L, und Hirtli, Pormenschatz 1881, Nr. 132.