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Cardinal Albrecht von Brandenburg und das Neue Stift zu Halle : 1520 - 1541 ; eine kirchen- und kunstgeschichtliche Studie
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Hier im Westen lehnte sich das Gebäude an dasalte Haus,die Propstei, an, die hier offenbar, wie noch heute die Pfarr-häuser, einen kurzen Flügel von West nach Ost verschob.Unter demhinteren Kufengewölbe ist das vom Hof ausweiter zurück, nördlich liegende Tonnengewölbe gemeint, dessenwestliche Hälfte, wie wir hören, bereitsgeschlossen, durchEinfügung des Schlusssteins fertiggestellt, ist, während manvon demvorderen Gewölbe, jenem gotischen, längs der Hof-seite liegenden gewölbten Raume, vor Eintritt des Frostesnoch ein gut Teil zu vollenden hofft. Die äusseren Umfassungs-mauern aber sind bereits bis zum Dache aufgeführt, ja dasGebäude ist bereits gerichtet. Über dem Chore hat man sogardie Dachbalken schon mit Brettern beschlagen, sodass derSchieferdecker in der folgenden Woche hier mit dem Dach-decken beginnen kann. Gleich dem Flügel an der Saale sollauch der Nordbau durch Giebel verziert werden: vier amHinterhause sind bereits fertig, auf der Kapelle soll mit fünfennoch im Herbste begonnen werden, während der Bauderandern, da die Mauer unter ihnen noch zu frisch ist, bis zumFrühjahr verschoben wird; wie viel es im Ganzen sein werden,wird uns nicht verraten, doch sollen auch sie gleich denen imWesten durch Knöpfe verziert werden. Auf der Kapelle abererhob sich ein Türmchen, das wahrscheinlich eine kuppel- oderglockenförmige Gestalt hatte, die wir an Kirchtürmen jenerZeit vielfach wahrnehmen: es war zu rund als dass es mitSchiefer gedeckt werden konnte, man hatte ein Kupferdachdazu bestellt; mit dem jetzigen Türmchen ist es demnach nichtidentisch. Ein vergoldeter kupferner Knopf, dessen Spindeloder Hals jedoch nur verzinnt wird, soll das Türmlein krönen.

Da in unserm Schreiben auch über Befestigungsbauten ander Moritzburg Bericht erstattet wird, die offenbar identischsind mit denen, welche man dem Meister Andreas Günther imMai 1.533 verdingt hat, so kann dasselbe frühestens aus demHerbste 1533 stammen, doch wird man, da jene Arbeiten schonweit vorgerückt sind, ein späteres Jahr annehmen müssen. Auchwäre es sonderbar, dass in jener Baurechnung, die bis EndeDecember 1533 reicht, die Kapelle nicht erwähnt würde, diedocli in der Folgezeit, wenn von den Bauten und Besitzungendes Cardinais in Halle die Rede ist, stets ganz besonders