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Kalkofen errichtet wurde und zwar auf dem Judenkirchhofe,in der Gegend des heutigen Paradeplatzes, nahe der Moritz-burg. Ferner wurde, offenbar zu besonders ausgezeichnetenBauteilen, etwa zu den Portalen, Fensterstöcken, Säulen unddergleichen, ein besonderer Stein verwendet, HartenbergerStein, den man freilich heute zu Halle, auch in Architekten-kreisen, nicht mehr kennt. Weit wichtiger ist, dass wir ausdiesem Ankauf von massenhaftem Baumaterial und seinerHerbeischaffung, aus diesem Gewimmel von Zimmerleuten, vonBau- und anderen Arbeitern, von Klein- und Grobschmieden,von Fuhrleuten und Knechten erkennen, dass der Bau nochnicht unter Dach und Fach gekommen war, sondern dass mannoch gehörig mit den Aussenmauern, Gerüsten und Dachungenzu thun hatte. Andererseits zeigt der, freilich geringe, Aus-gabeposten für Fensterrahmen und -Scheiben, dass ein Teil,freilich eben nur ein geringer Teil des Gebäudes, seiner Voll-endung entgegenging.
Vor allem aber hatte sich der Charakter des Bauesmittlerweile vollkommen verändert O. Den Plan zur Begrün-dung einer Universität, der noch im Sommer 1531 lebendig 1war, hatte Albrecht fallen lassen müssen. Den schon be- !gonnenen Bau aber aufzugeben, erschien ihm zu schmachvoll, !er wollte sich nicht von seinen Gegnern als „der Narr, der lden Bau anfing und konnte ihn nicht vollbringen“, verspottenlassen, obwohl er klagt: „wär viel besser, dass es nie ange-fangen !“ * 2 ). So sah er sich denn geradezu genötigt, die Ge- jbäude als Wohnung für sich ausbauen und einrichten zu lassen.
Sie werden in der Baurechnung aufgeführt als „der Neue Bau jan der Saale zu ihrer kurfürstlichen Gnaden Behausung“. Undschon wird manches gethan, was zu den besonderen Annehmlich-keiten einer comfortablen Wohnung gehört. Es wird ein„Lustbad“ hergestellt, wohl eine Badeeinrichtung zu Wannen-bädern , an welchen ein Meister Jorg der Badmacher, einKupferschmied aus Leipzig und ein Meister Gabriel der Tischlerbeschäftigt sind und die auf über 1000 Gulden zu stehenkommt, also sehr pompös gewesen sein muss. Auf dem gegen-
]) Vorausgesetzt dass unsre obige Vermutung, S. 92 N. 3, zutrifft.
2) Beilage 27, 3.
Redlich, Cardinal Albrecht. 7