Zweites Kapitel.
Die Stiftsgebäude.
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Wohn- mul Wirtschaftsgebäude.
Den Stiftspersonell dienten die alten Klostergebäude derDominikaner als Wohnung, die nördlich von ihrer Kirche, demheutigen Dom, lagen. Den Orden finden wir bereits im13. Jahrhundert in Halle 1 '), und zweifellos hat er von Anfangan an demselben Platze gesessen, nur können wir nicht an-geben, ob im 16. Jahrhundert noch die ursprünglichen Kloster-behausungen vorhanden waren.
Für die grosse Zahl der Stiftsherren und bei dein ver-änderten Zwecke, dem die Gebäude zu dienen hatten, mussteneinige bauliche Veränderungen vorgenommen werden. Nament-lich wurden einige Häuser, die am Kloster lagen, in denComplex der Stiftsgebäude mit einbezogen, während ein Eck-häuselein, das dem Hause einer Frau Peissker gegenüber lag,der Verbreiterung der Strasse zum Opfer fiel 2 ). Den einzigenEingang bildete ein Thorweg, während die Thiiren der neu-erworbenen Häuser verschlossen gehalten -werden mussten.Von besonderen Gebäuden wird ein Brauhaus erwähnt, in demfür die Stiftspersonen der edle Gerstensaft bereitet wurde.Da es eine Thür nach der Strasse zu hatte — die freilich ver-schlossen gehalten werden sollte 3 ) —, so hat es sich vermut-lich an der Ostseite befunden, wogegen das Kornhaus und das
1) Die erste erhaltene Urkunde desselben stammt aus dem Jahre 1283,abgedruckt bei Dreyhaupt I S. 783.
2) Vertrag Albrechts mit dem Rate vom 14. Juli 1520, Dreyliaupt IS. 888; cf. auch I S. 907.
3) Ebenda.