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Cardinal Albrecht von Brandenburg und das Neue Stift zu Halle : 1520 - 1541 ; eine kirchen- und kunstgeschichtliche Studie
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treter der Christenheit, an das Concil, halten. Es hat daherniemand Ursache zu klagen, er wisse nicht, wie er es mit derEmpfahung des heiligen Sakraments halten solle, denn dasAbendmahl in beider Gestalt ist längst von einer allgemeinenchristlichen Versammlung verurteilt worden. Wie die Ketzerder ersten christlichen J alirlilinderte, wenden auch Zwingli,Oecolampadius und die Wiedertäufer das Wort Gottes vor, javor wenigen Jahren haben dies auch die bäurischen Predigergetlian, die doch durch ihre Lehre nur allenthalben Aufruhrund Laster hervorgerufen haben. Daher ergeht an alle gut-herzigen und gehorsamen Christen die Mahnung, sich nichtdurch die Neugläubigen verführen zu lassen. Und nun gehtVelie auf die Schrift Bugenhagens näher ein, indem er Punktfür Punkt die Anschuldigungen des Gegners zumeist wörtlichaufiilirt und in seinerAntwort darauf die Lehre der Kircheverteidigt. All dies geschieht sehr eingehend: die Schriftumfasst 24 Bogen. Mit der Mahnung an die Gegner, umzu-kehren und Busse zu thun, scliliesst das Buch.

Fortab beteiligt sich auch Velie nicht mehr an den reli-giösen Kämpfen. Nur noch eine Schrift haben wir aus denfolgenden Jahren von ihm: das schon besprochene Gesangbuch.Sonst finden wir seinen Namen nur noch in Urkunden, die erals Stiftspropst ausstellt.

All seine Schriften, mit alleiniger Ausnahme des Gesang-biichleins, sind in den Jahren 1531 und 32 abgefasst. DieAnstellung am Stift gewährte ihm die Müsse zu so überausfruchtbarer Thätigkeit. Wie dem Crotus, so standen ähnlicheHindernisse auch Velie im Wege. Hier erfahren wir wenigstensin einem Falle, dass dieselben in der Abneigung des Cardinaisgegen persönliche Angriffe beruhten, während wir in einemzweiten (bei der Assertio) freilich wie dort über die Gründedes Verbots der Veröffentlichung völlig im Unklaren bleiben.Doch war es Velie im Jahre 1535 gelungen, des ErzbischofsWiderstand zu brechen, im selben Jahre also, in dem Crotusverzweifelnd die Feder aus der Hand legte. Es müssen alsodoch die Gründe, die dem Crotus bei Abfassung und Publikationseiner Schriften entgegenstanden, andere gewesen sein als beiVelie. Die Vermutung, dass auch hier der Cardinal seineHand im Spiele hatte, wird durch das Schweigen Witzeis über