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Was die Beichte anlange, so sei der Stoff zu umfangreichfür eine kurze Behandlung. Betreffs der Aufzählung derSünden und der Würdigkeit zum Abendmahl folge er der Lehreder Kirche. In der Annahme, dass der Verräter nicht amAbendmahl teilgenommen habe, stimme er gänzlich dem Hiero-nymus bei.
Dies die Beantwortung jener Fragen.-
Eine Menge Gegenschriften folgten diesem Büchlein, zumalals Crotus noch im selben Jahre die Herausgabe einer Schriftseines jungen Freundes Georg Witzei besorgte 1 ). Man wirftdem Abtrünnigen vor, seine Rückkehr zur alten Kirche sei nureine erheuchelte. Wie er früher Papst, Mönchtum, Messopfer,Reliquien und alle äusseren Ceremonien, wie aus seinen Büchern(Dunkelmännerbriefe) zu ersehen, verachtet habe, so tliäte erdies in seinem Innern auch jetzt noch; nur um sich fürstlicherGunst zu erfreuen und ein behagliches Leben führen zu können,verleugne er seine wahre Gesinnung. „Sie dienen nicht Christo,“sagt der einst mit Crotus befreundete Justus Jonas von ihmund Witzei, „sondern ihrem Bauch. — Sie sagen Ja und Neinbei den Papisten, wie und so oft mans haben will, um desBauches willen.“ Und ein andrer ehemaliger Freund desHumanisten, Luther, sprach das harte Wort von „des Cardinaiszu Mentz Tellerlecker Dotter [Doctor] Kroete genant“, der„seiner gifft viel“ in das Büchlein Witzeis gespeiet habe 2 ).
Wenn wir jedoch erfahren wollen, was in WirklichkeitCrotus zur Rückkehr zum alten Glauben bewogen hat, -sodürfen wir uns nicht an diese Schmähungen der WittenbergerTheologen halten, sondern kommen zweifellos der Wahrheit
1) Pro defensione bonorum operum adversus novos evangelistas auetoreAgricola Phag'o (Pseudonym Witzeis), Lips. 1531. Cf. dazu den BriefWitzeis vom 7. Oot. 1531 „ Epistolae Wicelii 1537, fol. S I b. — Über dieGegenschriften siebe Kampschulte S. 20. Opera Hutteni ed. Boeeking II 456;cf. auch Cosack, Paulus Speratus S. 125 N. 54. — Über G. Witzei sieheG. Th. Strobel, Beyträge zur Litteratur, besonders des 16. Jhd., Nürnbergund Altdorf, II, 1, (1786) S. 209. II, 2, (1787) S. 1.
2) Beide Äusserungen finden sich in Vorreden zu der Schrift des Pfarrerszu Hirschfeld B. Panda: „Widder das lester und lügen biicliliu AgricolePhagi, genant Georg Witzei. Antwort Balthasar Raida pfarberr zu Hirs-feld. Vorrede D. Martinj Lutherj. Wittemberg MDXXXIII.“ Die Vorrededes J. Jonas ist abgedruckt in dessen Briefwechsel ed. Ivawerau I S. 188,die Luthers in der Erlanger Ausgabe seiner Werke 63, 316.