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Geschichte der Heraldik : Wappenwesen, Wappenkunst, Wappenwissenschaft
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Geschichte der Heraldik. IV. 4.

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chef schon längst fertig. Sagen wir: Links quer getheilthis um die Gegend des Schildes-Fuss; so haben ^dieFranzosen mit ihrem failli en taillant alles gesagt."

Es ist wol eine eitle Sache, sich so sehr um dieTerminos zanken, dass sie so reden sollen, wie wir zureden pflegen. Wann die Heraldici einmal auf demBlocksberg zusammen kommen, so mögen sie es aus-machen, was man sich für einer Sprach in dieser Kunstkünftighin bedienen sollte. So nöthig es indessen wäre,dass man sich einerley Kunst-Wörter bediene, so kanes doch zur Zeit noch genug seyn wann wir denje-nigen nachahmen die am deutlichsten geredet und woes noch daran fehlt, uns einer bessern Deutlichkeit be-fleissigen. Ob dieses Herr Schmeizel gethan, wann erhaben Will, dass man die Bintheilung nach denen Sec-tionen, und nicht nach denen dardurch venursachtenFeldern rechnen soll, lass ich andere urtheilen; wenig-stens pflegen es die Franzosen, denen er sonsten gargenau nachgegangen, nicht zuthun, wenn sie sprechen:Tierce en Pal; Tierce enFace; Tierce en Bande; dannin diesen Exempeln sind die Schilde nur zweymalseciret, und dannoch reden sie von einer dreymal ge-schehenen Theilung. weil sie nicht auf die Section,sondern auf die Theile, die daraus entstehen regardiren,ohnerachtet sie doch auch die ersten Buchstaben vonder Mathematique werden verstanden haben."

Kurfce (Einleitung 3ur rDappen-Kuuft, unb jur 2Irt besSlafonirens, in bcutlid?cn (Ejcmpeln gc3cigt unb m breySprachen beurfd?, frattjofifd; unb lateinifdj erflaret. 5t.Petersburg, (Scbrurft bey ber Kayferi. Zlfabemte ber lüiffcii.fd?afften 1731. (8<> 329 S u. 46 Tafeln).

Die Widmung ist vonJohann Simon Beckenstein" V. D. unterzeichnet.

Das Werk zerfällt in 28Abhandlungen" ohne In-haltsangabe und ist in Frag und Antwort bearbeitet.

I. 1) Was ist die Wappen-Kunst? Es ist eine Kunstdie Wappen zu verstehen, mit gehörigen Kunst Worternzu beschreiben, nach den Lehrsätzen zu beurtheilen,richtig zu ordnen und einem jedem sein rechtes anzu-weisen. .

3) Was ist ein Wappen? Es ist bekannt und gebortunter diejenige Sachen, die man durch keine Beschrei-bung so deutlich machen kann, dass man sie durchblosses Ansehen, ohne dieselbe nicht besser verstehe;indessen mag es heissen: Ein beständiges Kennzeichen,welches auf dem Schilde und meistenteils dazu getilg-tem Helme vorgestellt wird, dadurch den Hohen undNiedrigen Adel zu bezeugen, auch ein Geschlecht vondem andern zu unterscheiden.

4) Warum wird es auf Schild und Helm vorge-stellet? Weil man vormahls, da diese Kriegs-Gerathschatttnoch in Gebrauch war, solche Kennzeichen darauf zusetzen pflegte .... Man hat zwar von Alters herFiguren auf die Schilde gesetzt, aber darum sind solchenicht gleich vor Wappen zu halten.

IL 9) Haben dann diese Farben einige Bedeutung <Ihrer Natur nach nicht; Aber die Wappen-Kunstlerhaben ihnen eine erdacht, auf welche sie bisweilen beyErtheilung der Wappen ihr Absehen gerichtet. . .

(Die dritte und vierte Abhandlung gilt den Schnit-ten, die fünfte bis neunte den Ehrenstücken die 1U.* 11. handelt von den heraldischen Figuren, die U. bis.von den gemeinen Figuren, die 24. u. 25. von der Stel-lung der Figuren, die 26. u. ff. von der Begleitung,Belegung etc. - Der Helm wird nicht besonders abge-handelt).

M. Benjamin Ijebcricbs Rect. Schal Rayn Hntei«tang 311 ben füruchmfteu Historien IPiffenfcbaften, Be<"anntiid) ber Geographie, Chronologie, Genealogie unbHeraldica, ber Historia vniversali, Notitia Auctorum,b «i Hömifdjcn Antiquitäten unb ber Mythologie, 5o t«"

foldje einem politen ITtenfdjeti infonberb,eit aber benen, fobie Studia ju prosequxxen gebendfen, nütjrtd) unb nötrjig.fünfte unb mit einigen nütslidjen £anb'<£bärtdjen 3umerften mab.1 uermeb,rte Zluftage. Berlin. 8cy <£tjriftopr>(Sottlieb Zticolai 1738. 8°. [Die erste Auflage erschienWittenberg 1711]

S. 242 ff. Anhang, oder Kurtze Anleitung zurHeraldica.

I. Cap. Von den Wapen ingemein 1) Schild, 2) Me-talle und Farben, 3) die Theilung, 4) die Figuren und5. die Zierathen (zu den letzteren zählt er den Helm).IL Cap. Von denen Wapen der fürnehmsten Kayser,Könige, Fürsten und Republiquen insonderheit.

3obannb.renfrieb §fd;acfn> t*5, auf ber König!,^riebridjs Uniuerfität 311 Ejallc Prof. Juris unb Histor.Publici Heraldica ober W apcn-Kunfr, JDorinnen bertnafn'e Urfprung ber tPapen unb bereu Bebeutung berjörig,unb fonberlid; ans benen Zllterttnimcrn aufgefudjet, 3ug(cidjbereu eigentlicher ZTutj unb (Scbraud) bjulängltd; geroiefeu,bie Donicfjmftcu lUapcn erfläret, uidjt weniger 311m Dcr<stänbttifj beffert allen eine Hadjridjt oon bem Zilien Kriegs-XDefcn famt benen t>erfd;iebeucn 21rten ber IDaffeu, nid)tweniger bas Ceremonicl groffer Ejerren unb bereu 21bge-fanbten, als eine mit bem JDapcn-IDefcu nerfmipfte Sadjebeygefüget wirb. £eip3ig 1735. §u fittben in CeubnersBudjlabeu. (8» 692 S.)

Uebersicht der Capitel: 1) Von dem eigent-lichen Ursprünge der Wapen. 2) Von den vormahligenTourniren, und deren Ursprung, ingleichen von denendarbey gebrauchten Personen, als dem Tournier-Richteretc. und andern mehr. 3) Von dem Schilde und dessenGebrauch, auch deren verschiedenen Arten, Farben, undAbtheilung, und dieser ihrer Bedeutung. 4) Von denenWapen-Bildern, und so genannten Ehren-Zeichen, derenUrsprung und Bedeutung, samt deren verschiedenenArten 5) Von denen Bey-Zeichen, und Einbrüchen derWapen, deren Ursprung und Bedeutung. 6) Von denenHelmdecken und Helm-Zierrathen, als Cronen, Hüthen,Fahnen, Hörnern etc. und andern, deren Ursprung undBedeutung. 7) Von denen Helmen, Helm-Decken undSchildhaltern, sammt einigen Neben-Zeichen, deren Ur-sprung und Bedeutung. 8) Von der Wapen-Kunst,deren Ursprung, ingleichen wie nach ein Wapen zuvisiren sey. 9) Von denen verschiedenen Arten derWapen, deren Ursprung und Bedeutung. 10) Von derArt und Weise verschiedene Wapen zu vereinigen, wieauch von dessen Ursprung und Bedeutung. 11) Vondem Gebrauche des Wachses in der Wapen-Kunst.12) Von dem Rechte Wapen zu ertheilen. 13) Von demNutzen der Wapen-Kunst, den solche in Untersuchunggrosser Herren ihrer Praetensionen und auch sonstenbeweiset. 14) Von denen verschiedenen Kunst-Wörtern,und einigen andern Dingen die in der Wapen-Kunstvorkommen, deren Ursprung und Bedeutuug. 15) Er-klärung der Wapen der Reiche und Staaten in Europa,ingleichen auch der Chur- und Fürsten und andernStände des deutschen Reichs. 16) Von denen zumStudio Heraldico gehörigen Scriptoribus und Hülffs-Mitteln. 17) Von einiger ausländischen Völcker ihrenWappen.

. . Die Sache ist also anzusehen, dass zwar derUrsprung der Wapen an sich selber gewiss genug,nehmlich dass solche Zeichen der Tapfferkeit gewesen,und auch noch seyn, alleine 1) die bewegende Ursache,warum dieses oder jenes Bild zum Wapen genommenworden? 2) warum dieses oder jenes Hauß solchesempfangen ? ist in soweit nicht sattsam bekannt, jedochwenn man einen Unterscheid machet, unter denen Län-der- und unter denen Kriegs-Zeichen, siehet auchrecht an, was das Wort Wapen eigentlich heisse, undbedeute, so dürffte noch wohl auf den eigentlichen und