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Geschichte der Heraldik : Wappenwesen, Wappenkunst, Wappenwissenschaft
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Geschichte der Heraldik. III. 3.

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14. Die Heroldskunst.

Die Heroldskunst, welche andren adeliche Wa-pen ertheilet, wurde von der Unwissenheit ange-halten, ihren Adel und Alterthum zu beweisen, welchessie nachgehenden Begriffs gethan. Gott, sagte sie, hatdem Patriarchen Jacob auf seinem Todbett in den Sinngegeben, seiner Kinder Wapen und Schilde zu visieren.Juda führte den Löwen, zu bedeuten Christum, denHelden aus diesem Stamm geboren. Dan führte eineSchlange, weil dieser Stamm viel gifftige und ärgerlicheNachkommen hatte. Nephtali ein Rehe, Benjamin einenWolff. Joseph einen Zweig, etc. Das Geld, welchesAdam den Kindern Heth dargewogen, war mit einemLamm gezeichnet, wie die Kabbinen schreiben. DerKing, den Juda, der Thamar gegeben, muss auch einMerckmahl gehabt haben, dass man ihn von andernunterscheiden können. Also hat der Seckel des Heilig-thums auf einer Seiten die Statt Jerusalem, auf derandern die Gelten mit dem Manna oder Himmels-Brod,und beuebens die Ruten Aarons welche in einer Nachtgeblüt und Frucht getragen. Die Maccabäer führten» Hebreische Buchstaben in ihren Fahnen, welche ihrenNamen bedeuteten. Die Chaldeer hatten den Löwen,die Perser den Panter, die Griechen den Ziegenbock,die Römer den Adler etc. Die Vnwissenheit mussteschamrot bekennen, dass sie dieses nicht gelernet.

15.

Eine Anekdote der neuesten Zeit entnehme ich demin höheren Schulen Berlins eingeführten BerlinischenLesebuch von Otto Schule (Mittelstufe S. 61).

Als die Schweden in Flensburg waren, und die Be-wohner gerade eine Schlacht gewonnen liatten, bekam*ja Soldat einen Wachtposten auf dem Schlachtfelde-Mit Mühe hatte er für seinen brennenden Durst nureine Flasche Bier erhalten. Eben aber, als er sie anseinen Mund setzte, hört er neben sich die Stimme einesSchweden, dem beide Beine abgeschossen waren, undder ihn flehentlich um einen Labetrunk bat. Mitleidigging der Soldat zu ihm und beugte sich über den Ver-wundeten, um ihm die Flasche zu reichen. Aber dertückische Schwede ergriff seinPistol und feuerte es aufseinen Wohlthäter ab, in der Hoffnung, sich noch zurächen und zugleich in den Besitz der ganzen Flasche?U kommen; -doch glücklicherweise ging der Schuss fehl.Ruhig griff der Soldat nun nach seiner Flasche, tranksie halb aus und reichte sie dann dem Sterbenden:»Da du Schlingel! nun kriegst du nur die halbe!"

Als der König dies erfuhr, Hess er den Soldatenkommen und gab ihm ein Wappen, darin eine halbge-füllte Flasche stand. Des Soldaten Urenkel wohnenuoch in Flensburg und führen noch heute dieses Zeichen."

(K. Müllenhof.)

von gehört, (verfolgte Antonio), wie es pflegt zu gehen :Indem etliche den Vorsatz sehr loben, und dass erguten Fortgang haben werde, ominiren, weil man derenheydnischen Figuren längst überdrüssig ist, und diebiblischen nicht jedermanns Kauff sind: Andere hingegennicht glauben wollen, dass die gelehrte Welt, oder auchnur die Europäer, die alte Gewohnheit verlassen undseine Erfindung approbiren werde, unter andern darum,weil die Frantzosen, Engländer, Italiäner, Holländer,u. dergleichen auswärtige Völker sich wenig um derTeutschen Fürsten Wapen bekümmerten, oder zum we-nigsten sich nicht vergnügt bezeigen würden, wennmehr von unserer, als ihrer Potentaten Wapen darauffzu [finden. Die Zeit wird uns das gewisseste lehren,(sprach Constantino hinwider,) denn ich höre, der HerrWeigelius bleibet in seinem Propos beständig und machetAnstalt, seine neuen Globos auff Messing mit erhabenenBildern giessen zu lassen, welche sonder Zweiffei schönewerden anzusehen seyn, um so viel mehr, weil er vordem Jahre auf seiner Reise in Holland gelernet, wieman dem Messing eine rechte Gold-Farbe geben könne.Doch will er den Werth seiner neuen Globorum höhernicht steigern, als die Holländischen auff Papier be-zahlet werden, dergestalt, dass, wenn diese 4 oder10 Thaler etc. kosten, jene in eben solcher Grösse ebenso hoch zu stehen kommen sollen. Hingegen wer seineGlobos kaufft, soll noch diesen Vortheil haben, dass, dadie Holländischen mit der Zeit schwartz werden unddie Figuren evanefciren, seine Messingern immer gutbleiben und wenn sie etwa unscheinbar würden, könteman sie doch leichtlich wieder ausputzen."Es handelt sich hier um folgende Schrift:

Der gefdjmücfte Stent .fjtmmel, IDeldjer, neebft ner<befferten fetnett £auff- unb Stanbes-CLretfen, ben alten Beib-ittfd;e,n (Breuel an ihm, burdj bte Wappen <2uropätfd?erStänbe iwterbrucft. §urb,re bes ZlUeimgen (Softes nnbfjor/er potentaten in (Europa unfterblidjen ZTad;. Sub,m.3nfonbert;ett bem Durcblaudjtigflen, (grojjmädjtigcn, dürftenunb £?ernt f?n. ^rtberidj bem brüten Ittarggraffen ju Sran«benburg, bes QeU. Hörn. Heid/s (Hrtj.OZammereni uttb Önit-fürflen etc. etc. unterttjäntgjt offertrt con (Erwarb IX? et -geln, ber Xötn. Kayf. OTajeftät, »te aueb Pfattj. Sultjb.Ztotb. unb Sentore prof. publ. 311 3 en a- 3cna, gebrueftbey 3°f?inn 3acob Bauboffent. (0. J.). folio 6 Blätter.

Der Verfasser sagt:

Die Verbesserung der alten Globen durch die neuenHeraldischen Himmels-Kugeln.

Es sind auf den alten Globen zweyerley Mängel,einige natürliche, und einige Moralische.

Natürliche Mängel, das ist, der natürlichen Structurihre Kunst - Defecte, sind vornehmlich diese, womit siewider Natur des Himmels und der Erden lauffen: Nemlich

13. Capitel.

öle Wappen werden unter die Sternbilderaufgenommen.

T Die TentzeVsehen monatlichen Unterredungen vom> 1692 (8. 350 ff) brachten der gelehrten Welt fol-gende Mittheilung (in Form eines Gespäches):r , , » . . Der Herr Weigelius zu Jena habe neueaiikl vor - w °rauff er nicht nur die Nahmen sondern*ttk Ge8t ime selbst verändern und durch dieselbenjiierhand Wapen der Europäischen, sonderlich deutschenursten vorstellen will, wie sein neuer Adler bezeuget,»riuner er wie vor diesem in der ersten edition dieW«u Aster i fc os, also jetzo seine neuen der gelehrtenvei t entdecket. Ich habe unterschiedliche Judicia da-

Den Moral-Mangel (vielmehr denExcess) bey denenalten Himmels-Kugeln geben die verführerischen Figu-ren oder Asterismi, worauf die Astrologi so gar vielAberglauben gleichsam fest gegründet. Welches damitnun verbessert, dass unschuldige Figuren (denen nie-mand einige Krafft und Influenz zuschreiben kau, undiederman doch Bürgerlicher weis sie venerirn muss) dieWappenbilder nehmlich, an statt jener an dem Himmelvorgestellet, die der Conflguration der Sterne nechstesähnlich sind, wodurch man besser, als durch jene aber-gläubische , die Sterne kennen lernen und zugleich dienicht gar lang wohl angefangene- Wappen - Kunst He-raldicam Artem, guten Theils begreiffen kan. Dieselbensind in nachgesetztem Verzeichnüß, der Memorie wegen,eng zusammen gefasst: in der ausführlichen Beschreib-ung aber, die bald folgen soll, "wird iedes deutlicherund klarer ausgelegt. Gott gebe Gluck darzu 1"