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Geschichte der Heraldik : Wappenwesen, Wappenkunst, Wappenwissenschaft
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Geschichte der Heraldik. III. 3.

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so lange verblieben, biss der Procefs fortgeführetwurde.

[Nun wird der Zug beschrieben:]Diesen folgeten die 7 Fahnen, in einer jeden (aufserder Trauer-Fahne:) ein Wappen gemahlet, und nachjederer ein Pferd schwartz becleidet, an welchem dreyWappen, wie das an der Fahnen als eines an derStirne,und eines an jeder Hüffte. angehefftet gewesen.

[Mompelgard, Teck, Oels, Sturmfahue, Württemberg,endlich die Hauptfahne mit dem ganzen Württeinbergisch-Oels'schen Wappen,auff schwartzen Damast ge-mahlet." Das zu dieser Fahne gehörige Pferd führtedas Pürstl. W.ische und Oelsnische Wappen durchßildfchnitzer - A r b-e i t erhoben, gefertiget undkünstlich ausgemahlet, an der Stirn vnd Hüffteu, drey-mal angehefftet].

Nach diesen seynd die Kleinodien von nachgesetztenPersonen getragen worden.

Erstlich die vier Helm neben einander, welchevon Bildfchuützer Arbeit erhoben und mit Gold überund über von dem Mahler illuminiret gewesen, und trugden ersten Helm, als der Graffchafft Montpelgart mitroth und gelb Tafftenen Binden, in der Mitten zur rech-ten Hand: Wulff Sigmund von Bock auff Simbsdorf

Den andern in der Mitten zur lincken Hand, alsdes Fürstenthums Eck (Teck) mit gelb und schwartzTafftenen Binden, trug Herr Balthasar von Francken-berg ....

Den dritten auswerts zur rechten Hand des Fürrten-thums Würtemberg, mit gelb und fchwartz Tafftenenherab hangenden Binden, hat getragen Herr JoachimWentzel von Baruth ....

Den Vierdten auswerts zur lincken Hand, mit demOelsnischen Fürstenthums Adler, auch gelb, rothen vndIchwartzen Tafftenen Binden trug Herr Hans Ecke vonKreckwitz . . .

Den Schild so von künstlicher Bildfchnitzer-Arbeit sehr erhoben und nebenst dem darinnen befind-lichen gantzen Fürstl. Würtemberg. Oelsnischen-Wappenffi't Gold und zugehörigen Farben und Mahler-Arbeitzierlich gefertiget gewesen, haben getragen (zwei Edel-leute)."

Bei der Beerdigung des Canzlers von Ludewig am*5-'-ept. 1743 gingen verschiedene Marschälle mitschwarz überzogenen mit Flor und dem HochadelichenLudewig'schen Wappen-Schilde gezierten Trauerstäben.Kam der Leichen - Wagen, mit sechs Pferden be-spannet, so an denen Stirnen und Seiten mit VYappen-Schildern gezieret, nebst dem darauf stehenden schönenschwartz-gepeitzten mit Bildhauer-Arbeit versilberten,a uf sechs Adlers-Klauen ruhenden, auch mit künstlichdurchbrochenen versilberten Rincken und Handhabenund den Ludewigschen Hochadelichen mit denen ge-wöhnlichen Farben, colorirten Geschlechts-Wappen, be-schmückten Sarge" ').

Mit dem Gebrauche, die Waffen eines verstorbenenRitters in der Kirche des Orts aufzuhängen, correspon-dirt das, meines Wissens nur im Nordwesten Mittel-Europas heimische Armarium honoris. Ueber das-selbe habe ich nur in einem einzigen Buche eine be-friedigende Mittheilung gefunden: in Christyn'B Jurü-Prudentia heroica (Brüssel 1668) wo es im Art: VIII.S - 418 ff. heisst.

Juxta mores nostros ad fepulchra et coenotaphiaMuitum ArmariumHonoris, vulgo Cabinet d'armes,proxinio parieti vel columnae appenditur : tabula estluadrata marginibus et fastigio insignis : in medio ap-Peusum est Sagum militare, Galea eimmerio et la-

1) Halle'sche gel. Anz. 1743. S. 775.

ciniis decora in fummo, hinc inde Gladius et Chiro-tecae, et in imo aurata Calcaria, in angulis Scutagentilitia paterna, materna. Quae ut recte atque or-dine appendantur, ad munus heraldicum fpectat. Ejus-modi omamenta Equitum vulgo vocant pieces d'hon*neur, quibus aedes facrae Belgii nostri abunde in-structae atque ornatae ac praesertim Mechliniae.In templo D. Eumoldi, ubi fpectantur similia armariahonoris Equitum de Snoy, van der Laen, van derHoeven

Ibidem in aede facra D. Virginis, Equitum vander Gracht.

In D. Petri, Equitum de Vicq, ibidemque ceruun-tur Praefidum Supremi Confilii Belgici de France, deCoulez, et de 1' Hermite, armaria honoris, sed orna-mentis Eqnestribus destituta, quia non Equites aurati.

In D. Joannis, Equitum de Colibrant, de Wach-tendonck, van der Laen et de Schotti, et apud Mino-ritas Equitum de Daneeis, van den Broeck et deMares.

Bruxellis in D. Jacobi de Monte Frig. Palatino,Equitum de Marnix, ac nuper ibidem in choro vifumfuit armarium honoris Equitum de Halder ab Halder-steyn.

Lovanii apud Minoritas Equitum de S. Victor etde Spoelberg, et in D. Martini, Equitum van den Tymple,ac passim in aliis Provinciis, urbibus ac pagis, id genusexempla videre est. Octo hujusmodi tabulas delinearijufsi, quas (uullo inter eas ordine observato) exhibeo et

1) extat Gandavi et est Equitum du Faing, Baronumde Jamoigne, nunc Oomitnm d'Ai'selt

2) in Affcha, Baronum de Jauche, nunc Marchionumcl'Affche

3i u. 4) Lovanii, Equitum St. Victor

5) ibidem Equitum de Tympel

6) ibidem Equitum de Spoelbergh

7) Mechliniae, Equitum de Snoy

8) ibidem, Equitum de Mares

Die armaria honoris sind bei Christyn in vorzüg-lichem Kupferstich abgebildet. In den vier Ecken derTafel befinden sich die vier Ahuenschilde, in der Mitteoben das vollständige Wappen oder auch nur die Helm-zjer des Verstorbenen, darunter der wiederholt (amLeib und jedem Aermell mit dem Schildzeichen ge-schmückte Wappenrock, daneben Eisenhandschuhe undSchwert, darunter die Rittersporen. In Bezug auf dieGruppirung der letztgenannten drei Theile variiren dieDarstellungen mannichfach. Obgleich ich die Armariahonoris im Allgemeinen nicht geschmackvoll finden kann,so muss ich doch gestehen, dass die von Christyn ge-gebenen Abbildungen keineswegs den unangenehmenEindruck machen, wie die degenerirten Zeichnungen inden späteren heraldischen Lehrschriften.

9. Capitel.

Mit Schild und Helm vergraben."

3d? bin ber £etjte meines Stammes mein Harne<£nbet mit mir. Da Rängen I}eltn unb Scbilb;Die werben jte mir in bas (Srab mitgeben.

Schiller, Wilhelm Teil 2. Aufz. 1 Sc.

Die Schilde bei Leichenbegängnissen verkehrt zutragen, scheint schon im 15. Jahrh. aus der Mode ge-kommen zu sein. Jedenfalls finde ich diesen Gebrauchnicht weiter erwähnt. Dagegen entstand die Sitte* inden Leichenstein des Letzten eines Geschlechtes dagWappen verkehrt einzumeiseln*

Mit dem Letzten eines Geschlechte