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Geschichte der Heraldik : Wappenwesen, Wappenkunst, Wappenwissenschaft
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Geschichte der Heraldik. III. 1.

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Der Regierungsantritt dieses Kaisers bezeichnetsomit den wichtigen Zeitabschnitt, mit dem die letztenüeberreste der alten Heerschilds-Verfassung beseitigtwurden: das Jahr 1440 ist ein Normaljahr.TT Die Entwickelung unter Kaiser Friedrich III. imüebrigen zeigt am besten eine Formular-Sammlung, die»eh dem ChmeVsehen Regestenwerke entnehme. Ichschicke jedoch voraus, dass die BezeichnungAdels-orief" die Chmel zum Theil angewendet hat aus dengenaueren Regesten dahin zu corrigiren ist, dass dieb etr. Urkunden eine Verleihung der Rittermässigkeitenthalten.

Kaiser Friedrich III. ,

giebt am 10. Aug. 1442 zu Frankfurt dem ConradEngelfried einen Adelsbrief und bestätigt sein Wappenmacht am 20. Aug. 1442 zu Strassburg den Jacob Jone!zu Linz königl Protonotarius und seine Brüder zurittermiissigen Leuten und Wappengenossen und ver-leiht ihnen ein Wappen. ,nobilitirt am 24. Sept. 1442 zu Zürich die GebruderMorelliund giebt ihnen ein Wappen; giebt am 20. Septbr.1442 zu Zürich den Segesern einen Adelsbrief undam 28. dess M. dem Henslin Helpach einen Wappenbriet

.mit Nobilitirung.gwbt im Mai 1443 zu Wien den Gebrüdern Hermannund Dietrich genannt dieMarkgrafen aus demöründal" ein Wappen mit Nobilitation und der Ver-einigung, dass sie Wappen genossen heissenmögen,verleiht am 7. Januar 1445 zu Wien dem Hanns vonNorthen ein Wappenvnd daz er aller leben vndämbter die erbere schiltmeßig leutt haben emphengj.'ich sein vnd die haben vnd verwesn sull vndmnge.giebt am 14 Aug. 1440 zu Neustadt dem NicolausKuchli, königl. Notar ein Wappen,in bona formalatina etiam pro fratre suo ut possint lllis uti inJoco et serio" TT _., ..

verleiht am 19. Dec. 1452 zu Neustadt dem Hans Suntvon Northeimals Wapengenoss und ritter-mässig", ein Wappen ,_. , ,

m acht am 25. Mai 1454 zu Neustadt den Hans Wielandvon Snellingenals er allain vatter und nichtvatter und muterhalb ein geporner Wappengenoss"t, das er und sein eelich leibserben nu lnefur wappens-genossen sein, geheissen und an allen ennden dafürgehalten werden sullen" und bestätigt das Wappen.m acht am 22. Juni 1465 zu Neustadt den kursächsischenKanzler Hans von Mergenthai und dessen Erben zu»rechtgeborn edel rittermessige lutte von irenvier anen und geschlechtnn" und giebt ihnen einw appen. i)

vnser V11( i des reicng rgte n grauen herrn vnd stetenvmier dem oder den ein solicher wonhafft vnd geselien" l oey fweren penen zu gebieten solicben adel vndapp en vnd cleinete nicht mer zu gebrauchen noch zur n sonder vmb solchen egerürten frevel vns vnd demreiche durch den obgenanten Casparn kerung abtrag*a benügen zu tun Welicher aber des adels wappen"«er cleinete, so er also vnerlaubt hette gefurt, nufurtter5 vns als Römischem keyser begerte zu empfahen*nd zu behalten, der sol mit demselben von Freyberg?* r «mb für vns vnd vnsern Römischen kanzler gegen-«urttigen oder künftigen vberkomen alles in sechs°chen vnd dreyen tagen den nechsten nach dem tage;«" einer von dem benanten von Freyberg oder anderyema nds von seinen n angelang t vnd ermont

* lrd et. chmel, reg. Frid 11. S. 533. No. 5262.; J ) Es folge hier weiterer Auszug aus dem Diplome," "em das Formular vielfach überschritten ist:, »Wann wir nu gutlich angesehen vnd betrachtetüabe n die hoch weifzheit vnd vernuft vnd tugent,

giebt am 25. Octob. 14G5 dem Anton Michel ein Wappen

cum nobilitatione"verleiht am 27. Octob. 1466 einer in der Registratur

nicht benannten Person einen Wappenbriefcum

articulo militarium"verleiht am 7. Nov. 1466 dem Walrab von Kirichperg

ein Wappen. Registratur-Notiz: ut in forma bona

videlicet in ritterlichen Sachen als ander des reichs

wappengenossen vnd rütermessig.verleiht am 5. Juli 1469 dem Stephan Usmer in Nürn-berg ein Wappen ut in forma nobilium militarium

melioriverleiht im Juni 1471 sechs Wappenbriefe in forma

meliori mit den Lehenverleiht am 15. Juli dem Lienhard Satloder Richter zu

Ried ein Wappen in forma meliori mit den ritter-

mässigen Lehenverändert am 26. Juni 1472 das Wappen der Vittel in

der pesstn form der lehenDie kaiserliche Kanzlei war durch die langjährigePraxis nun zu einer einheitlichen Behandlung der Ge-suche gekommen. Es wurden verliehen

1. schlichte Wappenbriefe (in forma communi). DieEmpfänger werden als Wappengenossen bezeichnet.

2. Wappenbriefe in besserer Form, welche den Be-gnadigten die Rittermässigkeit nnd die Lehens-fähigkeit gewährten (in forma meliori). DieEmpfänger werden alsrittermässige Wappen-genossen bezeichnet.

Die Clausel der forma melior lautet nach einemWappenbriefe für Conrad Wach d d. Trier 30. Septbr. 1473:

Also daz er vnd sein leibserben im hinfur rechtedel wappensgenossen vnd rittermessig leut fein, ge-heissen vnd an allen ennden dafür gehallten werdensollen, vnd darezu all und yglich gnad freiheit rechtgewonheit vnd herkommen haben mit ambtern vnd lebenzu baltn vnd zu tragn lehenrecht und gericht mit

damit vnnser vnd des reichs lieber getrewer Hanns vonMergental durch die hochgebornen Ernsten, des h.Rom. reichs erczmarschalh vnd AI brecht en gebrudereherezogen zu Sachssen etc. vor vnnser als wir in vnnserkeiserlichen maiestat gezieret geseßen sein vnd inenire lehen verlihen haben, als iren canczler berümet istvnd auch getrew vleissig treffenlich vnd annem dinste,die er vuns vnd dem reiche vund sonnder weiluuthertzog Friedrichen von Sachssen der obgenanten ge-brüder vater seinen lannden vnd luten langezeit merc-lich getan yetzo den obgenantn vnnsern oheimen cur-fürsten' vnd fürsten scheinperlichen tutt vnd hinfur inkünftig zeit wohl thun mag vnd sol als wir despersondlich warlich vnd treflir.hen von in vnderrichtsein .... allso daz sy (er und seine Erben) nu hinfürzu ewigen zeitn rechtgeborn edel rittermessig lutte voniren vier anen vnd geslechttn genennet, gesebriben vndin all wege mitsambt iren gesloßen erben gütternhollden hindersessen vnd grundten von menielicb ge-halten werden ....

So haben wir inen disz nachgeschribn wappenvnd cleinete mit namen einen schilte von lasur be-sprenget mit siben silberfarben lilienplumen vnd in dermitte desselbn Schildes vberegk ab ein weisse leistenvnd auf dem Schilde einen helme getziert mit einerhelmdekchen von lasur vnd silber, darauf ein gnldeincrone mit einem gupff von färben lilienplumen vndleisten gesebikchet als in dem Schilde, vnd oben aufdem gupffe ain guldin knöpfe, stekchende darinn einpusch straussenfedern von robin silber vnd lasurfarbenalsdann dieselbn wapen vnd cleinete in der mitte diszgegenwärtigen vnnser keiserlichen briefes gemalet vndmit färben eigentlicher ausgestrichen sind."