Geschichte der Heraldik. II. 5.
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waren entweder gar nicht oder nur nach vorgängigerAuflösung in die Wappen-Einheiten verwendbar. Einsolcher Fall wird uns unten begegnen: Die HerzoginHelene von Sachsen führt 1262 (und wohl schon früher)statt des längst eingeführten zusammengesetzten Wap-pens wegen Sachsen einen ganzen Adler, frei imSiegelfelde.
Seit der zweiten Hä'fte des 13. Jahrhunderts wer-den denn auch die Darstellungen von Wappenbildernim Siegelfe de zu Ausnahmen.
Die Symbolik der Damensiegel ist eine entschiedenweibliche. Es sind zumeist religiöse, oder zart-poetische Bilder, Kundgebungen der Frömmigkeit dieuns neben Portraits und Wappen oder redenden Bildernin diesen Siegeln begegnen.
Richeza Königin von Polen, Tochter des Rhein-Pfalzgrafen Ezo führt in ihrem Siegel vom Jahre 1054mit der Umschrift: Richeza Regina ihr eigenes Bild inhalber FigurM.
Adelheid, Wittwe des Pfalzgrafen Heinrich beiRhein, Herrn von Lach, Tochter des Grafen Otto vonOrlamünde und Weimar; Siegel von 1097 mit der Um-schrift : Adelheit- Palatina. Comitissa. Bild: Portrait derDame bis zur Hüfte, rechts ein Buch geöffnet in dieHöhe, links ein Scepter über die Schulter haltend 2 ).
Clementia, Gräfin von Glyzberg; Siegel an einerUrkunde vom Jahre 1141, von dem nur etwa ein drittelnoch übrig ist, das Bild der Dame, die mit beiden Hän-den ein Buch vor sich hält, zeigend 8 ).
Siegel der Pfalzgräfin Eilica von Bayern vom J.1166; ein Frauenkopf mit einer nur theilweise lesbarenUmschrift. (Hohenlohe, sphrag. Album, s. v. Bayern).
Elisabeth Gräfin von Flandern; spitzovales Siegelvon 1173 mit der Umschrift: f Elizabeth. Comitissa.Flandrie. Bild: die Dame stehend mit langen Muffenan den Aermeln, in der ausgestreckten Linken einennicht erkennbaren Gegenstand haltend; rechts im Siegel-felde eine Pflanzen-Hedwig Gemahlin (damals Wittwe) des MarkgrafenOtto des Reichen von Meissen, Tochter des MarkgrafenAlbrecht des Bären von Brandenburg; spitzovales Siegelvon 1197 mit der Umschrift: | Sig, Hedewigis. Quon-dam Missinens. Marchionisse. Bild: die Dame linksgewendet auf einem Sessel sitzend 5 ). (No. 381).
Agnes Gräfin von Arnsberg geb. von Rüdenbergführt in ihrem runden Siegel von 1210 den ArnsbergerAdler auf einem Hunde (Wappen von Rüdenberg)stehend. Umschrift: f Sigill. Agnes comi«(issae de)Arnesherh"). (No 382).
Helena Gemahlin des Wilhelm von Lünebnrg, Tochterdes Königs Waldemar von Dänemark; Siegel von 1214mit fast ganz vernichteter Umschrift. Bild: die Her-zogin stehend auf den Zinnen einer Burg über demThore zwischen zwei Thürmen, die Rechte erhoben, dieLinke auf die Brust legend.
Luitgard Pfalzgräfin von Somerschenburg; spitz-ovales Siegel von 1220 mit nur theilweise lesbarer Um-schrift : . . . umerischenbo . . . Bild: eine Burg. (Nacheiner Zeichnung).
Elisabeth, Wittwe und Bürgerin (vidua et concivis)}n Frankfurt, welche im J 1222 zu ihrem eigenen undihrer beiden verstorbenen Ehegatten Johann und Kon-ra d Seelenheil Stiftungen an das deutsche Haus zu
No. 381.
1) Vossbrra, Siegel des Mittelalters von Polen etc.Taf. 6.
2) Hohenlohe, sphrag Aph. No. 33.
3) Hohenlohe, sphrag Aphor. No. 43
4) Hohenlohe sphragist Aphorismen No. 25.
5) Nach einer mir vorliegenden Zeichnung.
6) Westfälische Siegel des Mittelalters I, 2 Taf. 28.
No. 382.
Sachsenhausen macht, führt in den Jahren 1222—1226drei verschiedene Siegel:
1) im Jahre 1222 ein schildförmiges Siegel mitder Umschrift: f «S- Elizabet. Vidue. I. Frankinvort.Der Schild ist gespalten und zeigt vorn zwei Balken,hinten einen lilienendigen gestürzten Sparren, einenAdler einschliessend.
Diese Compositum führt ohne Zweifel auf dreiWappeneinheiten zurück, die Balken, den Sparren undden Adler. Graf von Pettenegg ist darum der Meinung,dass hier eine Vereinigung der Wappen beider Ehe-männer und des Vaters der Frau Elisabeth vorliege.
2) Im Jahre 1223 ein spitzovales Siegel mit derUmschrift: t S. Helizabet. Vid... n Wrankenfurt. Bild:ein Adler im Siegelfelde.
3i Im Jahre 1220 ein spitzovales Siegel mit derUmschrift: f S. Elizabet. Vidue. De. Franken fort.