II. Buch.
Das Wappenwesen von seinem Ursprünge (ca. 1150) bis in die zweiteHälfte des vierzehnten Jahrhunderts.
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Lehenbuch des Grafen Kraftv. Hohenlohe {1503).
I. Abschnitt.Urgeschichte des Wappenwesens.
1. Capitel.Der Urhrel.
Ein den späteren Wappen äusserlich durchausentsprechender, daher als wappenmässig zu bezeich-nender Schmuck der Rüstung tritt uns in der deutschenLiteratur schon Mitte des 12. Jahrhunderts als ein voll-kommen eingebürgerter Brauch entgegen.
Weiter rückwärts lassen sich die wappenmässigenBilder nach dem gegenwärtigen Stande der Quellenbedauerlicher Weise nicht verfolgen.
Immerhin aber gewährt das vorhandene Materialein zusammenhängendes Bild der Entwicklung des Wap-penwesens.
Eigentümlich ist es diesen wappenmässigen Bil-dern, dass sie
1. namenlos sind, d. h. einen Gattungsnamen nicht
führen.
2. an ein bestimmtes Substrat nicht gebunden sind.Die wappenmässigen Bilder werden an der Rüstung
überall da angebracht, wo sich ein Raum dazu dar-bietet, vornehmlich auf der Fahne, die an den Speergebunden wurde, auf Waffenrock und Schild.
Unter diesen Substraten nimmt die Fahne eine be-sondere Stellung ein, — im Sprachgebrauch des 12. Jahr-hunderts ist der Begriff der Worte Fahne, Banierund Zeichen ein sich vollkommen deckender.
Die Fahne als solche, nicht aber als Trägerineines kennzeichnenden Bildes wird Zeichen genannt;Weil das Anbinden derselben ein Zeichen ist der Vor-bereitung zum Kriege.
Im Nibelungenliede heisst es. im Znsammenhangemit der angeblichen Kriegserklärung der Herren Liu-deger und Liudegast7474 Diu zeichen si an bundenalso si wolden dando waren da genügeGünthers manan einer anderen Stelle desselben Liedes:13292 do sah man wol gewafnet stanDen snellen videläreden heim er uf gebantin herlicher varwewas al sin wich gewanter baut ouch zeime scafteein zeichen daz was rotsit chom er mit den chunigenin eine grozliche not.Ganz in gleicher Weise äussert sich die Eneidedes Heinrich von Veldel; , welche in dem hochdeut-schen Gewände in die Zeit von 1184—86 fällt. Eswird da an verschiedenen Stellen gesagt:175,18 ir boren hiezens blasen:gröz gerüfte da wart.20 dö sich hüb an die vartTurnus der richeharde manlichevienc her daz dink ane.manich zeichen unde vanewart da an gebunden. —199, si beten angebunden
manech zeichen und van.