Geschichte der Heraldik. I. 3.
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in gütlichem werg
spricht Rosenberg
vnnrt laz vns nicht in stinden sterben ').
Beschreibung des Reichstags zu Collen im J. 1505durch Jörg Brandenburg, Herolden 2 ).
„Erstlich ist in dissem Register begryffen durchder Bomschen konglichen maistat Raumrich kondigerder wapen auch anderen Churfürsten vnd Fürsten Ern-holdt perssofandten vnd Ernknecht die Versammlungtzu Coln auft' den gemelten tag durch alle CnrfürstenBürsten prelaten und Stede des Reichs in welcher ge-stalt Ein yeder fürst den gemelten tag Ersucht hat" etc.Eine hervorragende schriftstellerische Thätigkeitentfaltete der pfalzgräfliche Herold Georg Bixner, ge-nannt Jerusalem Namentlich widmete er seine Kraftden Turnierbeschreilmngen. In wieweit er hier betro-gener Betrüger war, vermag ich nicht zu entscheiden.Thatsiiclilieh war ihm auf diesem Gebiete bereits recht-schaffen vorgearbeitet, so dass ihm wesentlich nichtsAnderes zu thun übrig blieb, als das Gerippe mit Fleischauszufüllen.
Zunächst scheint Bixner seineTurnierbeschreibungenhandschriftlich vertrieben zu haben. So meldet Dr. Chri-stoph Scheurl im „Tucherbuch" vom J. 1542:
„Georg Bichsner, genant Jerusalem, BfalzgraffFriederichen Heroldt und Kündiger der Wappen, hatMeinen Herrn Einem Rath dieser Stadt (Nürnberg)a. 1526 den 12. Thunder verehrt, welchen Kaiser Hein-rich der Sechste, König zu Neapolis, Sicilien und Sar-dinien , Herzog zu Schwaben, Kayser Friederich desErsten genant Barbarossae, Sohn, Montag nach Licht-mess a. 1198 in dieser Stadt Nürnberg gehalten habensoll, welcher hernach gleichwohl mit etwas Ver-änderung sampt allen andern Thurnieren, Herrn Jo-hannsen, Pfalzgrafen bey Rhein, Herzogen in Bayern,Graft zu Sponnlieim, zu Ehren, zu Simmern, auffmHundtsrückh im Druckh aussgangen ist" »).
Eine handschriftliche Beschreibung des angeblichenTurniers zu Rothenburg vom J. 942 befindet oder be-fand sieh im dortigen Stadtarchive und wurde wegender Uebereinstimmung mit dem Bixner'schen Turnier-bneh von den Forschern *) des vorigen Jahrhundertsals Beweis für die Echtheit des letzteren herangezogen,während es doch sehr wahrscheinlich ist, dass auchdieses Schriftstück von Bixner selbst herrührt.
Hie erste Gesammtausgabe des Bixner'schen Tur-nierbuchs führt folgenden Titel:
* Anfang: vrsprung: vnnd herkommen des Thurnirsjn Teutscher nation. Wieuil Thunder bifs vff denletsten zu Worms, auch wie, vnd an welchen orttendie gehalten, vnd durch was Fürstenn, Grauen, Herrn,Ritter vnnd vom Adel, sie ieder zeit besucht wordensindt. Zu lobwirdiger gedechtnuss Römischer Keyser-licher Maiestät, vnnsers allergnedigsten Herrn, vndalles Teutschen Adels, Hohen vnd Nidern Stands vor-eitern, aul'sgangen. Mitt Keyserlicher Freyheyt in Sechsjaren nitt nachzutrucken."
Am Ende:
»Bis Buch ist gedruckt in Verlegung HieronimiJodlers Fürstlichen Secretarien zu Siemern, vnd volendt
1) Haupt's Zeitschr. 8, 470 ff.
2) Abgedruckt bei: v. Senckenberg, Sammlung un-gedruckter Schriften I, 157 f.
., 3} Siebenkees Materialien etc. II. Bd. (Nürnb. 1792)8. 444.
4) Martin Schmeizel's, weyl. Professors der Ge-richte zu Halle, Historischer Erweis, dass die solenneIhurniere schon in dem X. Seculo in Teutschland ge-bräuchlich gewesen. In den wöchentl. Hallischen An-zeigen und daraus in Schott's Jurist. Wochenblatt1- Bd. 799.
vff den letsten tag des Monats Octobris, nach Cristigehurt, Fünffzehenhnndert vnd im dreissigsten jare.(fol. ccccij Blätter und 5 Blätter Register)."
Später wurde es wiederholt neugedruckt, nament-lich auch von dem Frankfurter Verleger Feyerabend.
Ein Urtheil über den Werth oder Unwerth desBuches abzugeben, halte ich für gänzlich überflüssig').
Ausserdem war Rixner sehr stark im Verfertigenvon Genealogien. Was ich hierüber ermitteln konnte,ist Folgendes.
Am bekanntesten und später durch den Druck ver-vielfältigt ist eine Genealogie der Herzoge von Meklen-burg, welche überschrieben ist:
„Historischer Auszug von dem Herkommen undWapen der Koenige und Herzoge in MecklenburgA. 1530" von „Georg Rixner, genandt HierosalemEraldo und König der Wappen" dem Herzog Heinrichvon Meklenburg zugeschrieben. Die Schrift ist nochheute im Archive zu Schwerin vorhanden. Abgedrucktfindet sich die Arbeit in v. Westphalen, monnmentainedita Band III. S. 711 ff
Eine Genealogie der Grafen von Zollern erwähntdie Zimmerische Chronik 2 ;:
„Der persevant Jörg Rixner schreibt in seinencollec tanien von dein Ursprung deren grafenvon Zollern" u. s. w.
Ob diese Arbeit noch vorhanden ist, weiss ich nicht,jedenfalls würde nicht viel daran verloren sein.
Endlich ist noch ein Stammbaum der Grafen vonHenneberg, aus Rixner's Fabrik stammend, bekannt.Derselbe wurde 1552 dem M. Cyriacus Spangenberg zu-gestellt, welcher ihn in seine „Hennebergische Chronica" 3 )einrückte.
Spangenberg schreibt: „Georg Rixener, genanndtJerusalem, Eeichs-Herold, . . . hat den Fürsten zu Henne-berg sonderlich hofircn wollen, und deren Ankunft't ausItalien und Born, von den Columnesern hergezogen:Und ihren Stamm-Baum mit dem 311. Jahre nach ChristiGeburt, angefangen.......
„Hie siehe nun, gutwilliger Leser, von Wunders-wegen , welch gantz ungeschicktes Ding in diesem Ge-dichte vorgebracht, wird ..." *).
10. Capitel.
4}iialilication, IHenMeitl, Vorreihle,Amtstracht der Herolde.
Kenntniss verschiedener Sprachen war schon wegender diplomatischen Missionen, mit denen sie von ihren
li Wie die Zeitgenossen über Bixner's Werk dach-ten , zeigt z. B. folgende Auslassung des 1572 verstor-benen Aegidius Tschudi:
„Nun hat einer Georg Rüxner Hierusalem genant(der sich für ein Eraldo und Wapenkündiger ussgibt)ein Buch A. D. 1532 in Truck verfertiget und ussganlassen, darinne Er vil solicher Examinier- Turnieren,so vor Keiser Sigmunds Ziten gehalten söltind sin, be-schribt, und doch alles itel unnütz Fabel-Gedicht ist:Dann vor Sigismundi Ziten dise Examinier-GattungTurnierens nie gebracht worden . . . Dieser Märli-Dich-ter gibt etc." (Chronicon Helveticum herausgeg. vonJ. R. Iselin 1734. 1736).
2) ed Barack I. 15.
3) In der Meininger Ausgabe S. 18 ff
4) Georg Rixner, befand sich im J. 1519 in Berlinund zwar im Gefängniss, aus welchem entlassener die übliche Urphede leisten musste. Wodurch sichBixner diese Bestrafung zuzog, ist nicht bekannt.Vergl. Zeitschrift für Preussische Geschichte und Lan-deskunde. IV (1867) S. 130.