Geschichte der Heraldik. I. 2.
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2. Capitel.
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Der Winsbecke (13. Jahrhundert), höchst wahr-scheinlich ein Ritter v. Windsbach 1 ) im BurggrafthumNürnberg, verherrlicht das Schildesamt in folgendenVersen :
17 Svn dv sol wissen das der schilthat werdekait vnd eren vil
den rehter tvgenden niht beviltder im ze relite volgen wil.die warhait ich dich niht enhil.er ist zer weite svnder wan
e
ein hohgemessen vruden spünimet in ze halse ain tvinbev mander im sin reht erkennet nihtda ist der schilt vnschuldig an.
18 Svn lat dich got geleben zitdas er mit rehte wirt diu tach.
e
was er dir datme vruden gitwilt dv im relite volgen nach,waist dv wie gamvret geschachder von des schiltes werdekait
eder morin in ir herze brach.osie gap im lip land vnd gvt.
er git dir noch hohem pris
gist du im lip herze vnd mut
19 Svn wilt du genzelich schiltes rehterkennen so wis wol gezogen
1 e
getrvwe milt kvn vnd siebt.
so en ist er niht an dir betrogen
vnd kvmt din lop wol fvr geflogen,wilt aber leben in vriger walden tvgenden allen vor verlogen
der rede min trvwe si din pfantwilt dv in also ze halse nemener bienge bas an ainer waiit.
20 Svn als din beim genem den strik
eze bant wis mvtig und baltgedenk an rainer wibe blik
oder grvs man le mit dienste galtsitz eben swend also den walt.als dir von arte si geschlahtmin haut hat manigen abgevalt.
des seihen mvs ich mich bewegen
ogvt ritterschaft ist toppelspil
dv selde mvs des tegenes pflegen.Wolfram v. Eschenbach sagt im Parcival:269 6 swer mich pime Schilde siht,
der prüevet mich gein riterschaft.des namen ordenlichiu kraftals uns des Schildes ambet sagt,10 hat dicke hohen pris bejagt.In diesem Sinne ist auch das folgende Lied desReinmar von Zweter zu deuten:Ez sol ein ritter maezik kuechtden zapfen gerner schiuben, dann den schilt daz ist
sin recht:gesiget der zapfe an im, so entwabset im der schilt in„ . vremde haut,
stet im der muot eben in dem schilt.also, daz herze und ouge im recht uf schiltes amt spilt
so wirt mit Werder tjoste ein edel kueht ze ritter wol
erkaut,Ir edelen knelite, ir lernet also trinken,daz ir iht schiltes halp beginnet hinken;viir durst ist trinken wol erloubet:swem aber durch des zapfen klinkunmaerent ritterlichiu dinkder treit hin hein vil übte ein trunken houbet
Der excentrisebe Ritter Ulrich von Lichtensteinhat in den „Vrouwen Dienest" einige Lieder über dasScbildesamt eiugeflocbten, aus welchen Folgendes her-vorgehoben sei:
Erge und unfuoge und unfuore diu wildegezimt niht dem belme und touc niht dem Schilde,der schilt ist ein dach daz niht schände kan decken,sin blic taet enbleekenan eren die weichenvon vorhten erbleichen:diu varwe ist ir zeichen
Eren gerade ritter, lät iueb schouwenUnder helme dienen werden vrouwen.
Ir sült höcbgemuot sin under Schilde]Wol gezogen küene, blide, milde.
Swer mit schilt sich decken wil vor schändenDer sol ez dem übe wol enplandenDes Schildes ampt git ere.
Manüch herze vindet man bi schildeZeglich muot muoz sin dem schilde wildeDer Pfarrer zu dem Hechte l ) (1355) sagt von denPflichten des Ritters:
von kungis und der vurstin kraft
enpliahen si di rittirschaft
um daz der ritter den bewar
der em gap er und ouch di nar.
Ein edil rittir merke
wisheit truwe sterke
mildikeit barmherzeikeit
daz he darzcu si gereit
und daz recht übe gar,
darzcu di Inte bewar.
wen als he von der wopinwat
vor andirn lutin zeirde hat
so sal he ouch an alün tritin
luchtiu an guten sitin
Ouch sullin di ritterlichin hern
di recht vüzziclichen lern,
wen die kungüche kraft
alleine nicht mit rittirschaft
sal an wopin sin gezeirit
sundir ouch geordinirit
mit des rechtis wisheit
als en zeirt daz wopinkleitDie Glosse des „Sachsenspiegels" macht folgendeAngaben über das Recht des Ritterthums: „Eyn rittersal werden mit achtbarkeit vnd mit der ritterschaftvbunge Vnd mit deme eyde das sie den todt nichtforchten do sichs czu besebirmene geburt. Und dazman en lehengut ülie ap sie des nicht en haben
Man sal em ouch ein offinbar czeichen an den arm
1) v. Stalin, württemb. Gesch. IL 765.
1) Mitteldeutsches Schachbuch, gereimte Ueber-setzung des Schachbuchs von Cessoles gefertigt vondem pherrer czu dem Hechte im J. 1355. Herausgegebenvon E. Sievers in Hanpt's Zeitschrift f. deutsches Alter-thum XVII. S. 162 ff.