Geschichte der Heraldik. I. 2.
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Wil ich euch beraitten wolAls dan ain ritter haben solDes wissent die warheitBoss, harnasch, Waffen vnd claid
1323 Ain ross er do ziehen hiess
Das was hoch stark und rotfar;Er hiess auch ziehen darAin zeltent pferd praun und gutAinen samat rot als ain plutDavon hiess er im schneyden claidZwen sättel, ain schilt was berait1330 Gemacht von lasur;
Manigen stain vil tuer,Die da schincn als ain feur saVon aller band färb daLagen an dem Sattelbogen1335 Daran was aucli nit erlogenVon gold die reichaitAin wappenrock was auch peraitVon ainem giüenen pfeller gesnittenConr. v. Würzt). Partonop. 18728:sin herre machte in ritter sitin ganzer werdekeite.ros, kleider und gereiteund swaz ein ritter haben solze siner swertleite wol,daz gap im der vil guoteIm „Karl Meinet" (um 1300) wird erzählt, wieKönig Galafers von Toledo auf Bitten seiner Tochter,den König Karl zum Ritter macht:A. 54. 12 Ich hauen noch behaldenIn myme trysoer gevaldenDe wapen, da ich ynne15 Ritter wart mit godem synne.De wapen synt so rechte goetDat ich sy ee synt haen behoetDar by so leget ouch eyn swertDat is me dan dusent punt wert20 Dat swert heygehet GaloseveleSprach der konynck lovebereHe mede wil ich vren iunchereRitter machen over morenA 54 b. 60 So dede Galaffers der konynck haltSynen kamerere gaynIn syn troesyr wael gedaenDat hey dar vsz brechte scherelud wapen edell ind fiere65 Do hey yd geboit id wart gedaenDe wapen bracht man gedraenA 55 Den vur in den groissen sale
Da mit begunt man Karll waeleVaen lioeffde bewapen vp de voesse.Eyn deyl ich uch es bescheyden moesse.5 De koltzen de schudde man eine zo vorenDar up speen man eme de sporenEyn purpunt daden sy eme ommeVa wyssen pellen als eyn swane.Dar vp eynen lialsbant, der was goet.10 Dat hadde man harde wael besoetDat man in all ertricheEn geynen en wyste syn gelicheDe malgen planck, dick ind cleyne,Dar vp eyn kuret, dat was reyne15 Vp dat kuret eynen wapen rock.Id en wart nement so gra der lock,Dat he dar ee quemeDa hey so riehen wapen rock verneme.Hey was van samytte roit;20 Dar vp waren sunder noit
Zweyn aren van wyssen margariten gewort.Solde ich nw allet sagen vort
Van den edelen golt bordenDe da zo den orden
25 Id wer zo lanck zo säen.Myt harde leuen waenGurde eme Galaffers syn swertDat was vil godes wert.Golosebele was yd genant.
30 Als Karlle do all zo hautAI so ouer all was bereitSo bracht man eme dat geleitAffgeleit dat rosz gode,A 54 b. Dar vp gelacht mit leuem mode
35 Eynen sadel van helpenbeyneDar ynne waren gegrauen cleyneHarde mencher hande deyr.Id en wart ne sadel also feyrDer breydel was van borde riche.
40 Darane stoenden wonenclicheMancher hande goet gesteyneEdel, rieh ind reyne.
Das Baseler Dienstmannenrecht') (um 1260) be-stimmt :
Dis ist ouch der gotshus dienstmanne reht. Ein gots-hus dienstman, swanne er ze ritter werden will, dersol vorderen an dem bischof stiure unde ist er imeschuldie vünf phuude ze gebende. —In der Regel wurde die Schwertleite am Pfingst-feste gefeiert.
In Karl Meinet heisst es:A. 523. 17
Wer hey bys pingsten blyuen leuenHey hedde mir wapen gegeuenFerner im Wigalois des Wirnt v. Gravenberch:1642 Daz geschach, als ich iu sage
An dem heiligen pfingestageDaz der knappe swert namEin anderer beliebter Tag war sant Jörgentage, wie wir oben schon gesehen haben.
Auch bei besonderen feierlichen Veranlassungenfanden massenhafte Ritterschläge statt.
Ulrich von Lichtenstein erzählt von sich selbst:Do fuor ich turnirn latentes wisdurch lernen und durch knehtes prisallenthalben reht drin järdö wart ich ritter, daz ist warze Wiene ze einer höchzit(Der Herzog Leupolt von Oesterreich verheirathetenämlich seine Tochter einem Fürsten von Sachsen.)Da gap der edel fürste wertwol drithalp hundert knappen swert.Die Feier ist eine halb kirchliche halb weltliche,Allein voran geht die Messe, so bei Dietrich von Rö-mischland (Heinrich der Vogler 1300):704 Diu messe schiere wart getan,do stuont der künec mit schalleund sine geverten alle,d6 man in segente diu swertAuch die Hochgezeit des Wigalois (Wirnt v. Graven-berch) beginnt mit der Anhörung der Messe.1645 Und als er messe vernam
Die pfaffen gaben im den segenDer Priester segnete die Waffen.Ottokar Horneck erzählt aus der Regierungszeitdes Königs Rudolf:
Manig edel knechtPider und frumigPaten da den kunig
1) Heransgeg. v. Wackernagel. Basel 1852.