Geschichte der Heraldik. I. 2.
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So zihin er kindir dan in di stete
Er gute si do vorschizzin
Und gebrachen der friheid darmede
420 Der si von den forstin han genozzin.Ist also menlich er kindir lebinDaz si in den herin hof ritinUnd en sich zu dinste dan gebinUnd togin zu vechtin und zu stritin,
425 So belenit si der here danne
Mit frigutin di eme sterben los :Also werdin si der ediln herin manne.Werdit darnach er habe etswaz grozUnd sint er kindir tngintsam und frome
430 Und dinsthaftig in erin tagin,So mag ez en wol darzu komeDaz si werden zu rittern geslaginKomen si darnach zu slozzinDi gud und riche und veste sint
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(9b)
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Und sind si menlich und unvordrozzinSo werdin si edel und alle er kintWan si di manlehin vorlihinUnd di rittermezigin under en hanDi eris dinstis sich nicht vorzihinUnd enhelfin zu erin krigin dan,So werdin er kindir zu grafin gemacht,Daz geschet en von dem riche.Werdin si darnach baz geacht,Si mogin sich den forstin gegliche.Gewunnen si eines forstin land,Adir belihinte si der konig darmedeSo wordin si geforstint alzuhand:Wer wolde da wedir rede?Sterbit danne konig adir keisere,Her mag an sine stad werde gekorinAb eme god had beschert di ere.
n. Abschnitt: Hie Ritterwürde.
1. Capitel:
Die ScIim ertlelte.
Ohne auf die Entstehung der Ritterwürde') ein-zugehen, will ich in diesem Abschnitte über den Ritus
1) In der Schrift:
„Einiges über den Ritterstand und über die beider Ertheilung dieser Würde einst üblichen Ge-bräuche von Dr. L. Ettmüller Professor. In:Mittheilnngen der Antiquarischen Gesellschaft inZürich XL Band. Zürich 1856—57"sind über diesen Punkt folgende Nachweisungen ent-halten, die ich cum beneficio inventarii wiedergebe:
„Es konnte nicht fehlen, dass die berittenen Wehr-männer sich bald mehr däuchten, als die ärmerenFreien, die dem Eussvolke zugetheilt blieben;dass sie bald die Einrichtungen eines eigenenStandes annahmen, dadurch die Geltung einessolchen erhielten und nun auch gewisse Feier-lichkeiten mit der Aufnahme in denselben ver-banden. Diese Feierlichkeiten schlössen sich an-fänglich ziemlich genau an jene an, welche beider Wehrhaitmaehung des freigebornen Jünglingsseit den ältesten Zeiten üblich waren. Wie einstdiesem in feierlicher Versammlung der freienMänner seines Gaues, dem Thinge Geer und Schildüberreicht wurden, so übergab jetzt der Aeltesteoder Angesehenste der berittenen Krieger demin diesem Rang Neueintretenden in öffentlicherVersammlung der Standesgenossen, Helm, Schwert,Speer und Schild, jedes Stück bei der Uebergabemit schicklichem Denkspruche begleitend. Hiezukamen dann gewisse Versprechungen und Gelübdevon Seiten des in die Ritterschaft oder „Schildesambet" Aufzunehmenden . . . Die Kirche endlich ...erkannte sehr bald die Wichtigkeit des neuenStandes und suchte sich schlau genug zunächstbei der Aufnahme in denselben zu betheiligen:sie weihte seitdem die Waffen (zum mindestendas Schwert) des in den Ritterstand aufzunehmen-den und gab ihm selbst ihren Segen, wogegensie das Gelübde erhielt, der neue Ritter werdeein treuer Beschützer der heiligen Kirche . . sein.Aber wie sehr sie auch durch ihre Theilnahmedie Feierlichkeiten bei der Aufnahme neuer Ritter,
der Schwertleite und die sonstigen Feierlichkeiten, Be-lustigungen, die mit dem Ritterschlag zusammenhängen,sowie demnächst über das „Schildesamt" einiges Mate-rial beibringen.
Die Schwertleite oder der Ritterschlag ist eineöffentliche Feierlichkeit, durch welche rittermässigeKnappen und Edelknechte der Ritterwürde theilhaftiggemacht wurden. Die Ertheilung der Ritter-würde und die Wehrhaftm achung 1 ) ist schlechter-dings ein und derselbe Act.
Sobald die Knappen zum Waffentrageu gut, d. h.dazu kräftig genug waren, konnten sie die Ritterwürdeerlangen.
Im Karl Meinet heisst es:A 351 b.39 Alle, de zo wapen waren guet,
De machede hey ritter wael gemoet.Es war im Allgemeinen ungewöhnlich, wenn einKnappe oder Edelknecht bis zum 30. Jahre die Ritter-würde nicht erlangt hatte.
Der sogenannte „Seifried Helbling" führt ausdrück-lich Klage darüber, dass die Edelknechte nach vollen-detem 30sten Jahre vielfach nicht zur Ritterwürdekommen:
gebt dem riter ouch sin reht,
und daz ein ritermaezic kneht
der drizec jär hab unde tage660 niht silber üf gewande trage
ez suln tragen, wan diu kint
diu riterschaft ze junc sint,
und ein richer koufman
dem stät ez niht übel an
der sogenannten „Swertleite", zu vermehren undzu erhöhen wusste; ganz und ausschliesslich konntesie doch niemals sich der Sache bemächtigen, undzu allen Zeiten ward die Ritterwiirde auch nochertheilt ohne Antheilnahme von Seiten der Kirche.1) S. W. Oetter hat in seiner dickleibigen Abhand-lung über das Cinguhiin militare (Wappenbelustigung4. u. 5. Stück) nachzuweisen versucht, dass die Wehr-haftmachung eine Vorstufe der Ritterschaft sei; die Ver-leihung des cingnlum militare schloss nach seiner An-sicht das „Armigerat" ein. Es ist zu bedauern, dassOetter seinen Bienenfleiss auf die Bestärkung einer sounhaltbaren These verwendet hat.