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1 (1874)
Entstehung
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Section III. Photographie.

Sehr gelungene Proben in schwarzer Decoration hat A. Leisnerin Waldenburg geliefert, der ausserdem die besten eingebrannten Por-traits.und Landschaften aufzuweisen hat. Golddecorationen hatte fernerA.G. StenderinLammspringe ausgestellt. Die Yerfahren selbst sind nichtveröffentlicht. Die Verwendung der Photographie auf Glasdecorationverfolgt speciell Dr. H. Oidtmann in Linnich bei Aachen. Er copirtZeichnungen direct auf Glas, welches mit einer Gummichromatschichtpräparirt ist, und stäubt diese mit Schmelzfarbe ein; diese haftet nurau den vom Lichte verschonten Stellen und so entsteht ein einbrenn-bares Positivbild. So hat Oidtmann Teppichmuster auf Glas gebracht(in dem Deutschen-Kaiser-Pavillon); ferner hat er Holzschnitte auf far-bige Glasstücke copirt und zu einem musivischen Glasgemälde verbun-den. In dieser Weise entstand das Glasbild nach Dürers Kreuzigung.

Der Lichtstem- und Metalldruck. Sehr bedeutende Fort-schritte haben seit 1867 die Combinationen von Stein- und Metalldruckund Photographie gemacht, die man gewöhnlich unter dem NamenPhotolithographie, Heliographie und dergleichen aufführt. DieseVerfahren haben nicht die Aufgabe, Naturaufnahmen zu vervielfältigen,wie der Lichtdruck und das Woodbury-Verfahren; sie beschäftigen sichnur mit der Reproduction von Zeichnungen in vergrössertem oder ver-kleinertem Maassstabe, seien es Skizzen, Stiche, Pläne, Aufrisse, Grund-risse, Karten, Schriften etc. Die Treue und Schnelligkeit der Wiedergabehat der Photographie dieses, für Kartographie zur Herstellung vonWerthpapieren und zur Kunstreproduction ganz ausserordentlich wich-tige Feld eröffnet, in welchem Deutschland nur zwei Aussteller: dieKönigliche S ta ats dr u cker ei in Berlin und R. Falk ebendaselbstaufweist. Interessant sind in dieser Branche die Leistungen desk. k. Militair- Geographischen Instituts in Wien. Die-ses arbeitet in Heliographie, in Kupferdruckmanier und in Photo-lithographie ausschliesslich für kartographische Zwecke. Für die Aus-stellung hatte es jedoch einige Schaustücke nach Kupferstichen in derAlbertina geliefert, Heliogravüren bis über 62 ctm. Bildgrösse ohneRetouche, die vom technischen Standpunkt aus als erstaunliche Lei-stungen zu betrachten sind, wenn sie auch künstlerisch durch zu schwereTinten nicht unerheblich vom Original abweichen. Mindestens ebensobedeutend ist die Generalkarte von Mitteleuropa im Maassstabe von1 : 500 000, von der bereits 60 Blätter fertig sind. In Photolithographiesind zu nennen einige Waldlandschaften nach Lessing, mehrere Ver-grösserungen österreichischer Speeialkarten auf den Maassstab von1:52000 und ein BlattStockholm nebst dem Stein dazu. Der Her-stellungsprocess ist nicht näher bekannt, man sagt nur, dass zunächsteine Copie nach dem auf gewöhnlichem Wege hergestellten Original-negativ auf eine Leimchromatschicht genommen wird, dass diese unter

Wiener Weltausstellung. I. 47