Druckschrift 
1 (1874)
Entstehung
Seite
733
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Das typographische und lithographische Material. 733

sogenannte kleine Hindernisse zeigen werden, die jedoch dieselbenFolgen haben, wie die grossen, dass die Sache wieder einschläft.

Der uns zu Gebote stehende Raum gestattet nicht, in weitereDetails einzugehen; wir müssen nur erwähnen, dass wie für die Typo-graphie, so auch für die Lithographie eine Anzahl von Geschäften bestehen,die sich vorzugsweise mit. der Lieferung der vielen Bedürfnisse der litho-graphischen Anstalten befassen. Wir können nur einige derselben nennen:Gebr. Heim in Offenbach, Carl Krause, Häckel & Co., 0. Ronni-ger, alle in Leipzig, A.Fichtn er in Wien. Einen von Sachkennern sehrgelobten Pantograph stellten Soldan & Steyert in Frankfurt a. M.aus. Von autographischen Pressen dürfte die von C. Maurice inNewyork als besonders gelungen zu bezeichnen sein. Von den Uten-siliengeschäften hatten Klimsch & Co. in Frankfurt a. M. mancherleiausgestellt, darunter Nadeln verbesserter Construction, autographischeDinten und dergleichen. Die reichhaltigen Sammlungen von Vorlege-blättern für Accidenzien aller Art und die Initialcollectionen vonKlimsch sind allen Lithographen bekannt und werden ausserordentlichstark benutzt.

Ein neuer graphischer Künstler bleibt noch zu erwähnen übrig,wenn es auch noch nicht möglich ist, ein klares Urtheil über seine Lei-stungen zu fällen es ist der Sand. Herr B. C. Tilghman, jetztin London, war durch die Wirkung, welche der durch den Wind aufge-wirbelte Sänd auf Fensterscheiben ausgeübt hatte, auf den Gedankengekommen, durch Gebläse Sand mit Kraft an Glasscheiben zu treibenund diese dadurch matt zu machen. Da er bei seinen Versuchen be-merkte, dass weiche Stoffe den Wirkungen der Sandgebläse widerstan-den, während die härtesten Stahlplatten leicht durchschnitten wur-den, so führte dies dahin, dass er Schablonen von weichen Stoffen aus-schnitt, so dass nur die frei gebliebenen Stellen durch den Sand zueinem matten Grunde geschliffen wurden, auf welchem das Bild insauberster Ausführung durchsichtig erschien. Herr Tilghman gingnun immer weiter, stellte die schönsten durchbrochenen Arbeiten inStein her, indem ebenfalls die Theile, welche stehen bleiben sollten, miteiner Kautschukmasse überzogen wurden. Das hieran diesem Ort beson-ders Interessante ist, dass sich mit Hülfe der Photographie Copien vonKupfer- und Stahlstichen, Holzschnitten etc. in das Glas einschleifenlassen, wenn man die Lichtcopie in einer auf der Glasplatte ausgebrei-teten dünnen Schicht Chromleim erzeugt und hierauf das Sandgebläsewirken lässt. Auf diesem Wege erzeugte die Maschine Copien grosserHolzschitte der Dorebibel, mit allen Feinheiten des Originals in Glas-tafeln geschliffen, die auf dunkeln Grund gelegt, ganz wie ein wirk-licher Holzschnitt erschienen. Während es sich aber hierbei nur umdie Reproduction von Linienzeichnungen handelte, bei denen die Schat-